Wenn das Äußere passt, wächst das Innere nach

Wenn das Äußere passt, wächst das Innere nach

Nachdem ich gestern meine „Schreibblockade„, die Angst vor dem weißen Bildschirm, durchbrochen habe und mich auch schon über die ersten Rückmeldungen freuen durfte, hat mich heute gleich wieder die Schreibwut gepackt.

Grund dafür ist, dass ich mich mit meinem Motto beschäftigt habe.

„Wenn das Äußere passt, wächst  das Innere nach.“ 

Ich habe diesen Satz ja nicht nur plakativ zum Leitsatz dieses Blogs gemacht, sondern ihn auch an unterschiedlichen Beispielen erläutert. Dabei ging es um Kleidung, die als Rüstung fungiert, um Parfüms, die sich positiv, verstärkend auf die jeweilige Stimmung auswirken, um Beautybehandlungen, die das Selbstbewusstsein stärken  oder um Feste, bei denen Outfits harmonisierend wirken. Im Cocktailkleid streitet es sich niveauvoller- könnte man zumindest meinen.

Persönliche Programmierung

Gestern Abend fragte mich eine Facebookfreundin, ob ich ein Video gesehen hätte, das sie gepostet hatte – ein Video zur persönlichen Programmierung. Es geht um Glaubenssätze, wie wir uns sehen und uns beschreiben, Etiketten, die wir uns selbst verpassen und die uns und unser Verhalten prägen. Und darum, dass man diesen Prozess umkehren kann, indem man lernt, sich anders zu sehen, das Gute, nicht das Schlechte wahrzunehmen. Denn je weniger man von sich selbst hält, desto unwahrscheinlicher ist es, dass man andere von sich begeistert. Das alles ist nun nicht neu und es klingt auch nicht wahnsinnig kompliziert, aber da ist eine Menge dran und da steckt ordentlich Potential drin.

Wie viele Wege verstellt man sich selbst, weil man denkt, das wird eh nix, das klappt ohnehin nicht, wieso solltest Du das hinkriegen, wieso sollte der, die oder jene Dich gut finden, Dich für geeignet halten, Dir diese Chance geben? Wie oft empfindet man sich selbst als inadäquat, inkompetent, ungeeignet, unqualifiziert, bemitleidet, statt geschätzt, geduldet, statt erwünscht, überflüssig, statt gebraucht, als zweite Wahl, schlechtere Alternative, oder, oder, oder… weil man selbst so wenig von sich hält, weil man es sich selbst nicht zutraut.

Bei der persönlichen Programmierung geht es darum, sich neu zu definieren, sich neu zu programmieren. Sich positive Eigenschaften zuzuordnen und diesen gerecht zu werden, ganz automatisch, als self-fulfilling prophecy. Auch hier wächst das Innere nach, wenn man sich die Dinge oft genug sagt, sie sich bewusst macht, sie verinnerlicht, sie  sozusagen von außen nach innen bringt, um sie dann wieder nach außen tragen zu können.

Mein erster Gedanke war: Ich programmiere mich durch Kleidung!

Kleidung kann Sicherheit verleihen, Persönlichkeit unterstreichen, Kompetenz, sie kann mit Klischees spielen, mit Vorurteilen aufräumen, sie kann einem erlauben in Rollen zu schlüpfen, kann Zugehörigkeit, aber auch Distinktion vermitteln. Kleidung kann etwas über meine Herkunft sagen oder sie verschleiern, über meinen Beruf, meine Zunft. Man kann richtig oder falsch gekleidet sein für einen Anlass oder ein Umfeld. Für die Aussage, die man treffen möchte, kann die falsche Kleidung auch genau die richtige sein.

Kleidung als Botschaft funktioniert aber immer nur im Zusammenspiel mit ihrem Träger, ihrer Trägerin und seiner oder ihrer Umwelt. Sie sendet eine Botschaft, die vom Gegenüber decodiert werden kann oder auch nicht. 

In vielen Geschichten und Märchen, Büchern und Filmen spielt Kleidung im Sinne von Verkleidung eine Rolle – sie schafft Zugehörigkeit, wo keine ist, sie täuscht, sie enttarnt, sie verwandelt, verschleiert, nimmt ein, stößt ab. Verkleidung ist, anders als Kleidung, nicht authentisch. Sie gibt etwas vor, was nicht den Tatsachen entspricht.

Auch Kleidung erlaubt es, in eine Rolle schlüpfen. Sie kann mich verwandeln, meine Haltung ändern, mein Auftreten, aber ich bleibe immer noch ich selbst. Ich betone Facetten meiner Persönlichkeit. Aber die Crux an Kleidung ist, dass ich sie wieder ablege und mit ihr, die durch sie gewonnene Attitude. 

Kleidung kann also nicht programmieren.

Aber sie kann dabei helfen, das Bild, das man von sich hat, zu verbessern. Schon allein die Tatsache, sich bewusst zu kleiden, schmeichelnde Farben und Schnitte zu wählen, Vorzüge zu betonen, Makel zu kaschieren und das auch für sich selbst und nicht nur für andere, gibt einem ein gutes Gefühl – wie L’Oréal es sagen würde: „weil ich es mir wert bin“.

Genau dieses Phänomen erlebe ich gerade, krank daheim auf der neuen Couch. Seit gestern Nachmittag sitze ich hier. Gestern noch im Bademantel, mit strähnigen Haaren und flusigen Pantoffeln. Heute morgen habe ich Haare gewaschen und mir ein gemütliches Outfit zusammengestellt, mit dem ich ohne Weiteres vor die Tür könnte, ein bißchen Makeup – et voilà. Ich habe mich von jetzt auf gleich wesentlich besser gefühlt. Weil ich gesünder aussah, fühlte ich mich gesünder.

Mit anständigen Klamotten statt Bademantel fühlt man sich gleich gesünder.

Jawohl.

Wenn das Äußere passt, wächst das Innere nach.

Das Kokettier sonnt sich nackt… was sagt mir das?

Das Kokettier sonnt sich in seinem eigenen Glanz, Klamotten braucht es dafür nicht, Sonne vermutlich auch nicht…

…vielleicht liest man sich wieder…

 

 

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