Wartungen und Erwartungen

Wartungen und Erwartungen

Hallo!

Hallo?

Jemand da?

Mehr als drei Monate sind seit meinem letzten Beitrag vergangen…

Eigentlich hatte ich mir nur eine kleine Auszeit nehmen wollen, doch irgendwie ist es mit dem Schreiben wie mit so Vielem:

Gewohnheit, Routine, Rituale, Training –  wiederkehrende Prozesse fallen leichter oder vielleicht sollte man sagen, Sie wegzulassen fällt schwerer.

Wie dem auch sei, hier bin ich wieder, und auch, wenn ich nichts mehr geschrieben habe, so habe ich ja nicht aufgehört, zu denken.

Im Gegenteil, ich habe viel nachgedacht.

Beispielsweise über Erwartungen. Ich weiß, das Thema ist nicht ganz neu, es beschäftigt mich schon länger, immer wieder. Und wie es aussieht, scheint die Vorweihnachtszeit für dieses Thema prädestiniert zu sein. Macht ja auch Sinn, haben wir es doch gerade jetzt mit Begegnungen und mit Geschenken zu tun, den Hauptjagdgründen von Erwartungen. Und ja, Erwartungen können auch eine Menge mit Warten zu tun haben.

Immer diese Erwartungen

Man liest ja, gerade in Beziehungsratgebern, allerlei zu dem Thema. Man solle ohne Erwartungen auf den anderen zugehen. Keine Erwartungshaltung aufbauen, nicht zu viel erwarten, eventuell sogar gar nichts erwarten.

Im wahren Leben bestärkt man sich (beim Mädelsabend) gerne gegenseitig, das und jenes könne man ja wohl erwarten, dürfe man erwarten oder müsste man erwarten dürfen. Manchmal kommt es dann aber anders, als erwartet.

Jemanden erwartungsvoll anzuschauen ist eher positiv konnotiert. Etwas von jemandem zu erwarten klingt fordernd und jemanden zu erwarten einladend. Erwartet wird dann auch gerne mal sehnsüchtig, in freudiger Erwartung. Erwartungsfroh ist man dann.

Jeder kennt Situationen, in denen man etwas erwartet hat und entweder bestätigt oder enttäuscht wurde und bestimmt nimmt man sich gelegentlich vor, einfach mal nichts zu erwarten.

Ich persönlich glaube ja, dass Erwartung im Menschen angelegt ist.

Erwartung hat meiner Meinung nach damit zu tun, dass der Mensch gerne weiß, was auf ihn zukommt, was ihn erwartet und wenn er es nicht weiß, spielt er Szenarien durch. Und manchmal ist der Wunsch Vater dieser Gedanken, ganz im Sinne von der Idee, dass, wenn man nur fest genug an etwas glaubt, es auch passiert. Das mag bei Parkplätzen klappen, bei Männern bin ich mir da nicht so sicher.

Was man nicht tun darf, ist Erwartungen mit Erfahrungen zu verwechseln. Denn die Erfahrung würde zeigen, dass einige Erwartungen völlig überzogen sind und damit dazu verdammt, enttäuscht zu werden.

Vielleicht hilft ein Beispiel. Wer zum ersten Mal einen Fallschirmsprung oder Bungeejumping wagt, Tauchen oder Achterbahn fahren ausprobiert, hat definitiv keine Erfahrung, aber eine Erwartung. Hätte er keine Erwartung, hätte er keinerlei Veranlassung.

Wer völlig ohne Erwartungen in ein Seminar geht, um hinterher zu sagen, er wurde überrascht, hat gelogen, denn er hat nichts erwartet. Auch das ist eine Erwartung. 

Erwartungen kommunizieren

Was will ich eigentlich sagen: Erwartungen hat man und vielleicht sind sie berechtigt, vielleicht überzogen, in jedem Fall aber sind sie subjektiv. Und darum sollte man sie, wenn man den Anspruch oder den Wunsch hat, dass sie erfüllt werden, mitteilen. 

Nur kommunizierte Erwartungen können Maßstab für Enttäuschung oder Erfüllung sein. Und ganz ehrlich, wer seine Erwartungen nicht mitteilen möchte, weil er sich ihrer schämt,  weil er sie selbst für überzogen hält oder für unberechtigt, der sollte sich gleich mal auf eine Enttäuschung einstellen. Also her mit den realistischen Erwartungen und ruhig auch mit den unrealistischen. Kommunikation und Selbstironie sind mit Sicherheit das, was jede Art von menschlicher Beziehung erleichtert oder vielleicht sogar erst möglich macht.

Der Blogbeitrag war seltsam? Hatte keinen roten Faden? Wirkt sinnbefreit?

Was erwartet Ihr denn?!

Ich bin ein bisschen aus der Übung, aber ich schreibe mich gerade wieder warm.

Ein Filmtipp 

Gerade schoss mir das Wort „durchwirrt“ durch den Kopf – eine Mischung aus durcheinander und verwirrt. Ein Wort, das in einem Film eine Rolle spielt, den ich Euch nur ans Herz legen kann… als ich ihn gesehen habe, hatte ich keine Erwartungen… und er hat mich amüsiert, beeindruckt, gerührt und erschüttert. Schaut ihn Euch an: Mary und Max- oder: schrumpfen Schafe, wenn es regnet. Hier eine schöne und treffende Kritik.

Und nun widme ich mich dem Kokettier, das schon den ganzen Tag beleidigt ist, weil ich ihm heute Morgen bei der Ugly Christmas Sweater Party im Büro  eine Rentiermütze aufgesetzt habe.

Das Kokettier ist stinksauer über die olle Mütze, humorlos, dieses Windspiel…

… vielleicht liest man sich wieder…

 

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen