Verregnetes Wochenende mit Stil und Stijl

Verregnetes Wochenende mit Stil und Stijl

Eine der wohl beliebtesten Eventlocations in Nürnberg ist das Ofenwerk. Wie der Name schon sagt, eine ehemalige Ofenfabrik, die die meiste Zeit des Jahres als Heimat für zahlreiche Oldtimer dient, die dort, unter-, aus- und zum Verkauf gestellt werden. Desweiteren gibt es Werkstattkojen, in denen man seine Schmuckstücke warten lassen oder selbst bearbeiten kann.

Mehrmals im Jahr jedoch, müssen die Autos, zumindest die auf der zentralen Fläche, weichen. Wahlweise gebrauchten Klamotten und überflüssig gewordenem Hausrat beim Flohmarkt oder, wie dieses Wochenende, den Ständen ambitionierter Jung- und Kleinunternehmer mit ihrer Designware für den Stijlmarkt.

Dieser „Markt für junges Design, Fashion und guten Geschmack“ wird präsentiert von DaWanda (wie passend), fritz-kola (waren die nicht mal cool), selekkt/(sehr spannend), burda style (wenn man das schon dazuschreiben muss), und dem Nürnberger Veranstaltungsmagazin curt Magazin

Von gewürztem Rum, über bedruckte T-Shirts, Holzuhren, allerlei Turnbeutel, Taschen, Mäppchen, iPad Hüllen, Schmuck aller Couleur und Papierwaren in allen Farben bis hin zu Backmischungen und Aufstrichen wurde eine ganze Menge geboten. Wer noch um Weihnachtsgeschenke verlegen war, konnte sich hier inspieren lassen oder gleich zuschlagen.

Mich hatte ein beruflicher Kontakt bei dem scheußlichen Wetter vor die Tür getrieben, Michael Ruppert, ein junger Schreiner, dessen Designstücke ich mir vor Ort anschauen wollte, andernfalls wäre ich wohl aus Bequemlichkeit daheim geblieben. Auch das Kokettier war wenig erfreut, über den nassen Ausflug, es wurde aber, kaum im Ofenwerk angekommen und danach in regelmäßigen Abschnitten,  durch viel Aufmerksamkeit und zahlreiche Nachfragen zu seiner Person reichlich entschädigt, ja sogar mehrfach um Fotos gebeten.

Apropos Fotos.

Wer den Blog verfolgt, wird bereits festgestellt haben, dass Fotos eher Mangelware und wenn vorhanden, oft aus Fremdproduktion sind. Das hing eine Weile mit der Bildqualität meines Handys zusammen, da der Missstand aber anhält, muss ich mir wohl eingestehen, dass ich einerseits keine besonders begnadete Fotografin bin und ich andererseits nach wie vor immense Hemmungen habe, wild an öffentlichen Plätzen oder in Menschenmengen herumzufotografieren. Mit Hut und Kokettier erntet man ohnehin schon genug erstaunte Blicke, vielleicht will ich das Fass nicht zum Überlaufen bringen …

Apropos Infos zum Kokettier.

Ich werde demnächst ernsthaft das Thema Sedcard fürs Kokettier angehen. Meine beste Freundin, die ich nach wie vor sieze, hatte mehr im Spaß mal einen Vorschlag gemacht. Doch bei Großveranstaltungen mit einem gewissen Geräuschpegel bietet sich ein derartiges Kurzinformationsmedium wirklich an. Mal gar nicht zu reden von der immensen Werbewirkung für diesen fotolosen Blog. Bei Interesse bitte melden.

Was ist oder hat eigentlich Stijl?

Aber zurück zum Stijlmarkt, der sich, vielleicht hängt das mit der Schreibweise zusammen, vor allem durch eine Vielfalt an Stilrichtungen auszeichnete. Stijl könnte demnach so etwas wie Stil mit individueller Ausprägung um jeden Preis heißen, ist aber schön, denn so ist für jeden etwas dabei und alles hat auf seine Weise etwas Liebenswertes.

Natürlich wurde auch ich fündig. Leider kann man ja nicht immer alles mitnehmen, was einem gefällt, aber erstens ist das manchmal besser so, zweitens gibt es die Situation, dass ein Stand so lange belagert ist, bis man keine Lust mehr hat zu warten und drittens soll es auch schon vorgekommen sein, dass Verkäufer unfreundlich oder abweisend waren.

Hier nun also meine Ausbeute aus 1,5 Stunden Stijlmarkt mit Kokettier unterm Arm:

Joanna Komorowska macht wunderschönen Schmuck aus feinem Draht und Silhouetten von Tieren oder Blättern. Und beim Anblick vom Kokettier meinte sie direkt „I once made one…“. Sie hatte zwar keins dabei, aber morgen schreibt sie mir eine Mail – ich bin gespannt.

Joanna Komorowska
Filigraner Schmuck aus Draht und Silhouetten

Kennt noch jemand das Problem, wenn man zu einem Anlass – Weihnachten, Taufe, Hochzeit – eine besondere Karte benötigt? Eine, die man selbst so schön findet, dass man sich über sie freuen würde. Gar nicht so leicht, wenn man sich spontan auf die Suche macht. Daher habe ich begonnen, dann Karten zu kaufen, wenn sie mir ins Auge stechen. So wie heute, bei Heimatformat. Hier gab es auch herzige Dackel-Anstecker und hübsche Kalender.

Weihnachtskarten von Heimatformat

Kurz vorm Gehen blieb ich dann noch bei von Zucker hängen. Multifunktionale Tücher mit fünf Tragevarianten. Bei so etwas kann ich nicht widerstehen. Und so wurde es ein dreieckiges Tuch mit einer dunkelblauen und einer schwarz-braun karierten Seite, vielfältig mit einem Karabinerhaken zu drapieren.

Multifunktionaler Schal mit (mindestens) 5 Tragevarianten von „von Zucker“

Was aber ist Stil im eigentlichen Sinne?

Stil hat für mich in erster Linie mit Stimmigkeit zu tun. Ein Stil ist eine Richtung, er gibt Orientierung (mein Lieblingsthema), er zeichnet sich durch eine bestimmte Art und Weise bzw. bestimmte Elemente aus, er erlaubt Zuordnung und kann umgekehrt als Ausdrucksmedium fungieren. Dass jemandem Stilgefühl zugesprochen wird, hat meist damit zu tun, dass er sich in sich stimmig, passend zum Anlass, und seiner Person und Persönlichkeit entsprechend, kleidet und verhält.

Jemand habe Stil wird meist recht allgemein, zumeist bezogen auf klassische und traditionelle Werte, insbesondere aber auch das Verhalten verwendet, jemand habe einen eigenen Stil spricht meist für eine etwas expressivere Art, sich zu kleiden, anders als andere, aber dennoch stimmig und dadurch wiedererkennbar.

Herbstoutfit Stijlmarket für das Kokettier und mich
Stiefel: Buttero über www.yoox.com
Tuch: Zarevna
Schmuck: Achatarmband von Enzianni
Halsband/Leine: dog-en-vogue.de
Mantel: Lennard’s Windspielmode

Für Instant-„eigenen Stil“, empfehle ich übrigens das Mitführen eines Kokettiers.

… vielleicht liest man sich wieder …

 

 

2 Replies to “Verregnetes Wochenende mit Stil und Stijl”

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