Stil und Styling – eine Annäherung

Stil und Styling – eine Annäherung

Stil und Styling – was hat es mit diesen Begriffen auf sich? Was verbindet und was unterscheidet sie.

Wenn man sich damit beschäftigt, andere Menschen in punkto Kleidung und Auftreten beraten zu wollen, muss man sich darüber im Klaren sein, dass es eine Sache ist, ein Styling zusammenzustellen, aber eine ganz andere, jemandes Stil anzupassen oder gar neu zu kreieren.

Was ist Styling?

Ein Styling umfasst das, was eine Person trägt, wie sie es trägt und vielleicht noch wie sie es präsentiert. Es gehören Haare, Makeup und natürlich das Outfit dazu. Styling ist das, was bei einem Fotoshooting mit Models passiert, aber auch das, was man sich selbst, mehr oder weniger bewusst, jeden Morgen angedeihen lässt, bevor man das Haus verlässt.

Styling funktioniert im Prinzip auch ohne Stil, denn strenggenommen können auch fettige Haare, Tennissocken und Jogginganzug als Styling durchgehen. 

Würde man sich also vornehmen, eine Stylingberatung zu machen, würde man mehrere Styles zusammenstellen, die einfach umsetzbar funktionieren. Von Kopf bis Fuß durchgestylt. Man könnte aus einem  beliebigen Kleiderschrank mögliche Styles zusammenstellen, die im Extremfall unterschiedlichste Stilrichtungen bedienen könnten. Und man könnte jemanden nach einer Stylingberatung gänzlich stillos nach Hause gehen lassen.

Was macht Stil aus?

Wobei, kann man stillos sein? Stillos ist gemeinhin das, was man nicht bewerten kann, da es keinen roten Faden, keine klare Linie und keine Wiedererkennbarkeit oder Selbstähnlichkeit gibt, denn das macht Stil aus, wenn man über Kleidung spricht. Stillos ist auch das, was bewusst gegen Regeln verstößt. Regeln bricht. Doch welche Regeln? 

Stilregeln sind Elemente, die Klassiker bedienen, etablierte Stile, deren Insignien so bekannt sind, dass sie sich zuordnen lassen. Das kleine Schwarze, Zigarettenspitze, Sonnenbrille, Hut? Audrey Hepburn in Frühstück bei Tiffany. Stilregeln sind aber auch Klassiker wie „Tasche, Gürtel, Schuhe müssen farblich zusammenpassen“. „Niemals Strümpfe in Ballerinas.“ oder „Der Kleidersaum darf nie unter dem Mantel vorschauen.“ Das sind Regeln, die Stil vermitteln, aber keinen eigentlichen Stil repräsentieren, außer eine gewisse Arriviertheit oder Connaissance.

Was also ist Stil?

Stil wird gemeinhin positiv wertend konnotiert, da es auch „schlechten Stil gibt“, muss man da aber etwas vorsichtig sein. Man kann davon ausgehen, dass die Aussage, „jemand habe Stil“, positiv gemeint ist, sich aber nicht allein auf die Kleidung beziehen muss.  Wenn jemand einen Stil vertritt „Wie 80ies… Naserümpfen“, „So 60ies.. Strahlen“ ist es schon nicht mehr eindeutig positiv sondern abhängig von der Person des Wertenden, dem, was er oder sie für Stil hält, also eventuell dem, was gerade hip ist.

Wenn jemandem durch Stillosigkeit jeder Stil abgesprochen wird, bezieht sich das meist nicht mehr auf Kleidung, sondern auf die ganze Person. Man sieht,  also, Stil hat man oder nicht und hier gilt in der Regel ganz oder gar nicht. Ein bisschen Stil? Nicht der Rede wert.

Interessant ist, dass Stil nie etwas mit gut oder böse zu tun hat. James Bond? John Wick? Killer, also Menschen, die andere Menschen töten, das aber mit viel Stil. Befremdlich? Allerdings! Stil ist formales Einhalten von Regeln oder so plakatives Schaffen neuer Regeln, dass diese verständlich, nachvollziehbar, erkennbar werden.

Stil ist eine Haltung

Stil ist also mehr eine Haltung, die durch Kleidung unterstrichen wird, und da kommen wir zu einem interessanten Punkt. Die Kleidung folgt der Idee von dem, was man repräsentieren möchte. Sie gibt dem Gestalt, was man sein möchte. Sie unterstreicht und kaschiert. Betont und vertuscht. Stil hilft dabei, eine Person zu kreieren. Kommen wir nocheinmal auf James Bond zurück Mehrere Generationen James Bond, diverse Schauspieler, ein Stil, so wurde die Figur wiedererkennbar.

Haltung, das ist einerseits innere Haltung, Haltung gegenüber dem Leben, gegenüber anderen Menschen, anderen Epochen, anderen Haltungen. Aber Achtung: Attitude ist auch Attitüde, aufgesetzt, gepflegt und gehegt, vielleicht ein bisschen manieriert, vielleicht um dazuzugehören, denn, das ist eine Eigenheit von Stil, sein Styling lässt sich kopieren.

Kleiner Exkurs in Sachen Copycat

Anerkannte Stile mit positiven Konnotationen werden naturgemäß besonders gerne kopiert. Ein schönes Beispiel sind hier die Welten „nouveau riche“ vs. „altes Geld“ – sehr plakativ könnte man sagen: das alte Geld wird von denen mit dem neuen kopiert und die von denen, die gar keines haben, letztere wiederum werden von jenen beneidet, die das alte Geld satt haben. Eine Gleichung, die erfolgreich im Marketingbereich Anwendung findet.

 

Stil als Markenzeichen

Suzanne Grieger-Langer, Profilerin, Trainerin, Coach – nein Profilerin! Ein Look, der unterschwellig wispert…“no bullshit“, „don’t mess with me“. Klassische Perlenohrringe, die klassische Werte vermitteln. Ein extravaganter Pony, der Unangepasstheit vermittelt, Coolness, Modernität und ein bissschen Revoluzzertum, lackschwarze Haare zu hellem Teint und dunklen Lippen, die Kälte, eine gewisse Aggressivität und Unbeugsamkeit vermitteln. Der Look atmet Dominanz. Und das ist es, was vermittelt werden soll.

Hier unterstreicht das Styling, das einem Stil folgt, die gewünschte Wirkung, die die Person geplant hat.  Ob Suzanne Grieger-Langer auch privat so ist? Keine Ahnung. Aber die Stringenz ihrer öffentlichen Auftritte lässt wenig Raum für Spekulation. Eine Profilerin, die hochrangige Führungskräfte,  Männlein wie Weiblein überzeugen möchte und sich aus diesem Grund neu erfindet. Ein bisschen Lara Croft, ein bisschen Maleficient, ein bisschen Marlene Dietrich. In jedem Fall – eiskalt. Ich empfehle übrigens ihren Instagram Account @profilersuzanne – prägnant, treffend, dabei kurzweilig und erhellend.

Fazit:

Stil ist eine Haltung. Darum hat das, was man für Stil hält, viel mit der eigenen Haltung zu tun. 

Stil in Bezug auf Kleidung ist demnach eine nach außen getragene Haltung zum Thema Kleidung. Das hat mit der Bedeutung, der man ihr gibt, der Art wie man sie trägt, pflegt und eben stylt, zu tun.

Stil ist auch das Entwickeln und Einhalten einer Linie mit dem Anspruch, sich nicht dem Mainstream hinzugeben oder sich von jedem Trend betören zu lassen. Das bewusste Selektieren nach eigens definierten Kriterien.

Für einen ikonischen Look bedarf es einer Idee, einer Stringenz und für den Betrachter einer Wiedererkennbarkeit und einer Aussage bzw. Zuordnung.

Manchmal reicht es aber auch, einfach gut angezogen zu sein, um Stil attestiert zu bekommen. Das ist dann meist eine Frage des Stylings.

 

Das Kokettier? Pfeift auf Stil. Es hat Style. Und wer mit dieser Fellfarbe auf kurzem Fell zur Welt kommt, muss sich um Styling nicht mehr scheren.

 

Im nächsten Beitrag gibt es einige praktische Stylingtipps, quasi  Stylingtipps aus der Praxis  – mit dem Potential, stilbildend zu wirken.

… vielleicht liest man sich wieder …

Titelbild:

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