Silvester – der Countdown läuft

Silvester – der Countdown läuft

Silvester – ein Tag, der es in sich hat, auch wenn er, wenn er nicht wie dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, nicht zwangsläufig ein freier Tag ist. Allein seiner Lage im Jahresverlauf verdankt dieser Tag seinen besonderen Stellenwert, ist er doch der letzte seiner Art im gregorianischen Kalender. Ein Tag, der vollmundig Versprechungen macht und im Gegenzug Ansprüche stellt.

Silvester früh ins Bett gehen? Um Himmels Willen! Bloß nicht, man könnte ja was verpassen.

Daheim bleiben, im schlimmsten Fall alleine? Undenkbar! Das sieht ja aus, als habe man keine sozialen Kontakte.

Silvester ist inzwischen vermutlich so etwas wie der höchste Feiertag der Käseproduzenten und Mixed-Pickles-Hersteller, scheint Raclette doch das einzige dem freudigen Anlass so wie dem gesellig-gesellschaftlichen Anspruch gerecht werdende Gericht zu sein.

Sekt, Prosecco oder Champagner – die Schaumweinindustrie dürfte den 31.12.  zusätzlich als Highlight in der Umsatzkurve feiern.

Von der Feuerwerksindustrie will ich gar nicht anfangen. Obwohl sie mit umfangreichen (teuren) Vorbereitungen, kurzen Highlights und viel Unbill am Tag darauf ein schönes Sinnbild für den typischen Silvesterverlauf ist.

Des Weiteren ist Silvester der Tag, an dem selbst überzeugte Früh-zu-Bett-Geher von Lerchen zu Nachteulen werden, das Jahr will schließlich würdig zu Ende begleitet werden, der Wechsel angemessen festlich begangen. War es ein gutes Jahr, wird dankbar gefeiert, war es ein schlechtes, wird feierlich und sehnsüchtig aufs nächste gewartet. 

Das Warten verkürzen Dutzende von Wiederholungen von „Dinner for One“, dem wohl gemeinschaftsstiftendsten Fernsehstück, das je den Weg ins deutsche Fernsehen fand – in englischer Sprache wohlgemerkt. „I’ll kill that cat!“

Was macht dieser Tag mit uns, dass wir ihm soviel Raum geben, dass wir meist eine Menge von ihm erwarten, oft enttäuscht werden und immer wieder aufs Neue auf ihn hereinfallen?

Silvester ist der Abschluss von einem Jahr und der Beginn eines neuen, das unberührt und perfekt wie Neuschnee vor uns liegt. Was es für uns bereithält zeigt sich erst, wenn es Tag für Tag dahintaut… 

Wir nutzen diesen Übergangsritus gerne, um uns Dinge vorzunehmen, gute Vorsätze zu fassen, Besserung zu geloben.  Was das ganze Jahr über ruhte, brachlag, in Vergessenheit geriet, wird um Absolution heischend an Silvester reaktiviert. Nächster Versuch.

Silvester wird wahrgenommen als Reset/Neustart (zur Unterstützung dieser Wirkung wird so manche Festplatte formatiert) und genau dafür sind wir diesem Tag so dankbar. Dass er verheißungsvoll ist und uns ein besseres Ich und die Aussicht auf Besseres im Allgemeinen verspricht.

Auch ich bin selbstverständlich wild entschlossen, 2018 Vieles anders und alles besser zu machen. Ändern und optimieren, das Leben, sich selbst, das Umfeld. Ob es funktioniert? Vermutlich nicht, aber man wäre ja dumm, den Schwung den man vom 31.12. auf den 1.1.2018 aufnimmt, zu vertun.

Vielleicht ist Silvester das, was man bei der Achterbahn einen „Bauchkitzler“ nennt: Es geht steil bergab, dann mit Schwung bergauf, vermutlich geht es dann auch mal wieder bergab, aber das wohlige Gefühl im Bauch, wenn die Talsohle durchschritten ist, das möchte man nicht missen.

Oder in den Worten von Erich Kästner: „Wird’s besser? Wird’s schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich!“

…vielleicht liest man sich wieder … – nächstes Jahr.

Bis dahin wünschen das Kokettier und ich allen Lesern einen schönen Silvesterabend und einen guten Start in ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2018!

Das Kokettier hat übrigens keine Angst vor Silvesterkrachern, die coole Socke …

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