Schnäppchen & Co. Top gekleidet, auch mit kleinem Geldbeutel – (wie) geht das?

Schnäppchen & Co. Top gekleidet, auch mit kleinem Geldbeutel – (wie) geht das?

Im letzten Beitrag habe ich darüber sinniert, ob am Tag darauf wohl der Umzug in mein neues Büro stattfinden würde … und siehe da, wenn ich an dem Tag auch noch nicht umgezogen  bin, so habe ich doch zumindest die Möbel hineinstellen können. 

Stil und Klasse haben kein Verfallsdatum

Die Möbel, das sind unter anderem zwei „alte“ USM Haller Regale, die vor Jahren aussortiert und eingelagert wurden und die nun mein Büro zieren.

Sie haben einige Macken, kleine Dellen, Kratzer und eine winzige Roststelle, aber: Das ist in diesem Fall völlig egal. Sie haben Charme, sie haben Stil, sie haben Klasse.

Und hier kommen wir gleich zum ersten und wichtigsten Punkt, wenn es darum geht, sich auch mit kleinem Geldbeutel toll anzuziehen:

Tipp 1

Keine Angst vor Vintage aka Second Hand, insbesondere dann nicht, wenn es sich um Klassiker handelt.

Klassiker mit Echtheitsprüfung erhält man in großer Auswahl beispielsweise bei Vestiaire Collective  Ich bin auf der Suche nach Hermès Tüchern auf dieses Portal gestoßen.

Hier gibt es neben der großen Menge hochwertiger Produkte auch die Option „verhandeln“, mit der man einem Verkäufer ein Preisangebot unterbreiten kann, auf das er eingehen kann, aber nicht muss. Bitte keine Skrupel, dieses Tool zu verwenden, die meisten Verkäufer kommen einem tatsächlich entgegen und ich habe dort fabelhafte Stücke gesehen. 

Eingeteilt werden die Produkte in die Kategorien „sehr guter Zustand“, „guter Zustand“ und „akzeptabler Zustand“. Die Korrektheit des angegebenen Zustands wird vor dem Versand an den Käufer von der Plattform geprüft.

Tipp 2

Sehr hochwertige Klassiker dürfen ruhig ein wenig Patina haben.

Plakativ ausgedrückt. Ein gezogener Faden an einem Hermès-Carré erzählt eine Geschichte, während er an einem Polyester-Schal schlampig wirkt.

Eine Vintage Louis Vuitton hat vermutlich sogar mehr Charme als eine neue, denn sie belegt damit, dass sie Geschichte hat und somit ihren Klassikerstatus und ihre Qualität. Während speckige Ledergriffe Charakter haben, wirkt aufgeplatztes Kunstleder einfach nur billig.

Nun bewegen wir uns hier natürlich in einem Luxussegment, das weit davon entfernt ist, für einen kleinen Geldbeutel geeignet zu sein, auch wenn man gerne liest „auf einen Klassiker zu sparen lohnt sich“. Das  stimmt sicherlich auch, aber nicht jeder sieht den versteckten Wert eines solchen Klassikers, nicht jeder mag Patina. Daher wenden wir uns nun der nächsten Kategorie zu.

Tipp 3

Schnäppchen!

Schnäppchen sind toll, denn sie füllen nicht nur auf preiswerte Art und Weise den Kleiderschrank, sondern sie machen auch richtig Spaß.

Aber Vorsicht: Man sollte sich durch hohe Reduktionen nicht zu Käufen von Dingen verleiten lassen, die man eigentlich weder braucht, noch mag. Ich weiß, wovon ich spreche, ich erinnere nur an meinen Flohmarkt, bei dem einige Teile klassische Fehlkäufe, unter anderem aufgrund von Schnäppchen-Blackout waren.

Schnäppchen findet man, wenn man die Augen offenhält, überall.

Was sich immer anbietet: SALE!!! Sale gibt es heutzutage immer und überall. Einfach auf Portalen wie Zalando oder bei Anbietern wie H&M gleich nach Sale-Produkten filtern. Da findet man immer wieder tolle Basics oder auch einmal ein hochwertiges ausgefallenes Teil.

Und wie bei jedem Online-Einkauf immer mal nach Name plus  Gutschein, Rabatt oder Aktion googeln. Auch da wird man oft fündig und kann meistens ein bisschen sparen.

Und hier noch ein paar besonders attraktive Schnäppchen – Quellen, bei denen man immer mal vorbeischauen kann:

ONLINE

yoox.com – empfehle ich immer wieder gerne, hier findet man alle Preisgruppen, eine riesige Auswahl, gute Filtermöglichkeiten und teilweise wirklich phänomenale Reduktionen. Es gibt, wenn man angemeldet ist, immer wieder tolle Aktionen, es lohnt sich also durchaus, ein Teil in die „Dream Box“ zu legen und zu beobachten. Mit ein bisschen Glück, kann man ein sensationelles Schnäppchen machen.

limango.de – eine Seite, die in der Aufmachung nicht gerade wertig rüberkommt, aber immer wieder sensationelle Angebote hat. Hier lohnt es sich, einfach immer mal wieder zu stöbern, man sollte aber in der Lage sein, weniger Schönes auszublenden.

bestsecret.com – ein Shoppingclub, zu dem man eine Einladung benötigt. Heißt es, aber ich glaube, es geht auch ohne, ansonsten gerne bescheid geben :-). Täglich neue Aktionen mit mal attraktiveren, mal weniger attraktiven Konditionen, aber sehr schicker Aufmachung.

westwing.de– es erscheint mir gar nicht lange her zu sein, da war Westwing noch ein echter Geheimtipp. Heute ist ein Blick in die aktuellen Westwing-Angebote Standard, wenn man im Neugestaltungs- oder Einrichtungsfieber ist. Das Besondere hier ist, dass die Seite einfach nur schön ist und Lust auf Einrichten, Gestalten, Einkaufen, Radfahren, Gärtnern, Basteln, Malen – ganz egal, was, macht.

OFFLINE

Flohmärkte – auf Flohmärkten kann man sagenhafte Schnäppchen machen, zumindest jeder, der an unserem Stand war, konnte das tun. Hier ist man froh, wenn man 10-20% des Kaufpreises bekommt, auch bei Neuware. Einfach mal die Augen aufhalten oder im Internet stöbern, wo Veranstaltungen stattfinden, die zu einem passen.

Ich habe übrigens noch einiges da. Wer Kleidergröße 34/36 und/oder Schuhgröße 37/38 hat, kann gerne zu einer individuellen Anprobe mit Stilberatung vorbeikommen. 🙂

TKmaxx – hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet hat. Nahezu überall gibt es Filialen, die von der Handcreme bis zur Handtasche, vom Babystrampler bis zum Jumpsuit, von der Clutch bis zum Reisekoffer und von der Sonnenbrille bis zum Schuh alles anbieten.

Ein Outlet,  das auf den ersten Blick wie eine Resterampe aussieht, in dem man aber kleine Schätze finden kann. Man muss aber Geduld mitbringen und die Bereitschaft, sich durch viel weniger Schönes zu wühlen. Macht aber Spaß! Und kleiner Tipp: Je größer die Stadt, desto besser die Auswahl.

OFF 5th – Wer dieses Outlet in der Nähe hat, darf sich freuen. Ähnliches Konzept wie TKmaxx, in deutlich schickerer Aufmachung: mehr Platz, mehr Designer, stylisher, trendbewusster und trotzdem Top-Angebote.

Outlets – Outlets, insbesondere Outlet Villages, werden immer beliebtere Ausflugsziele. Wer dort Schnäppchen machen möchte, sollte am Ende der Saison in Aktionszeiträumen einkaufen, dann kann man teilweise richtig sparen.

In der übrigen Zeit besteht die Gefahr, vor Top-Marken anstehen zu müssen, um dann trotzdem enttäuscht wieder abzuziehen.

Was man bei Outlets wissen sollte: Es werden teilweise eigene Kollektionen für Outlets erstellt, es ist also nicht gewährleistet, dass man Trendteile dort erhält. Aber Spaß macht das Schlendern durch die meist recht kitschigen Dörfchen allemal!

Tipp  4

Was jedes Outfit adelt, ist „etwas Besonderes“.

Etwas Besonderes muss nicht teuer sein. Hier kann es sich beispielsweise um authentischen Vintage-Schmuck handeln,der aufgrund seiner Echtheit etwas Besonderes ist.

Eine tolle Auswahl findet man bei wundersame-vintage Schmuck  – bis Ende Juni spart Ihr noch 5 Euro je Einkauf mit dem Code „kokettier“.

Etwas Besonderes ist auch gute Handarbeit.

Fabelhafte Stücke im Accessoires-Bereich fertigt Carolina Bejenar mit ihrem Label Jazzafine. Pieces full of Verve. Im Schmuck-Bereich möchte ich Euch, durchaus auch für den kleinen Geldbeutel, Maneli ans Herz legen. Und großartige Hüte, die ihre Träger ergänzen, erhält man in der Hüterei

Etwas Besonderes kann auch etwas Traditionelles, zum Beispiel aus einem anderen Kulturkreis, sein wie die Pavlov Posad Tücher, die in Russland traditionell getragen werden und denen man fast magische Eigenschaften zuschreibt.

Etwas Besonderes ist alles, zu dem man eine Geschichtee erzählen kann, das zu tragen einem ein besonderes Gefühl gibt und an dem man Freude hat.

Tipp 5

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, günstig einzukaufen, indem man von vornherein günstige Produkte kauft.

Wenn man auf ein paar Dinge achtet, kann man hier eine Menge Geld sparen und dabei fabelhaft aussehen.

  1. Polyester und Acryl sind meist Hauptbestandteil günstiger Kleidungsstücke. Hier unbedingt darauf achten, dass die Optik nicht billig und das Trageverhalten möglichst angenehm ist. Noch besser: Mischgewebe kaufen oder auf Viskose, Baumwolle oder Modal umsteigen.
  2. Bei Accessoires ist Kunstleder in der Regel günstiger als Leder. Es gibt inzwischen wirklich gute Qualitäten, die sich gut anfühlen und tragen. Bei Kunstleder gehen Metallic- und Lackoberflächen besonders gut, da diese auch bei Echtleder etwas „Künstliches“ haben. Unbedingt auf die Metallfarbe und Verarbeitung der Beschläge und Reissverschlüsse achten. Sehen diese hochwertig aus, zuschlagen!
  3. Günstige Echtlederschuhe sehen in Wildleder meistens wertiger aus, als in Glattleder. Hat man die Wahl, besser die wildledernen nehmen. Gut können auch Prägungen sein oder Fellvarianten. Prägungen sind meist recht unempfindlich, was man von Fellschuhen leider nicht sagen kann.
  4. Für Jeans kann man ein Vermögen ausgeben. Viel wichtiger aber als die Marke sind die Passform und die Waschung. Eine Jeans muss wie angegossen sitzen, Sie sollte nirgends einschneiden, Reissverschlüsse und Knöpfe sollten ohne große Umstände zu schließen sein. Und im Idealfall sollte man sich in ihr unwiderstehlich fühlen.
  5. Grundsätzlich ist die Passform extrem  wichtig, denn selbst teure Kleidung wirkt billig, wenn sie zu eng ist, kneift, einschneidet oder spannt. Gerade bei günstigen Stücken sollte man auf einen perfekten Sitz achten, tendenziell lieber weiter als zu eng.
  6. Basic-Shirts müssen nicht teuer sein, sollten aber eine vernünftige Qualität haben: Auf Verarbeitung (Nähte), Schnitt (Passform) und Material (nicht zu transparent, wenig knitteranfällig) achten.
  7. Bei ausgefallenen Shirts können Applikationen und Drucke sehr wertig, cool oder witzig wirken, sie können aber auch den Gesamteindruck ruinieren, wenn sie billig gemacht sind. Mit schlichten Modellen und uni Farben ist man auf der sicheren Seite.
  8. Schuhe sind ein schwieriges Thema, im Prinzip sind sie ähnlich wie Taschen zu behandeln. Wenn Kunstleder, dann am besten Lackoptik oder Stoff. Bestimmte Formen sehen immer classy aus: Klassische Pumps, klassische Ballerinas, Mokassins, Schnürschuhe im Herrenstil, schlichte Stiefel. Plateau, extreme Highheels oder extrem verzierte Schuhe sehen schnell billig aus. Genau wie zu kleine oder zu große Schuhe, mal ganz abgesehen davon, was man seinen Füßen damit antut.
  9. Kopien von Tipp 1 sind nie eine gute Idee. Kopien werden meistens von denen schnell erkannt, die man damit beeindrucken möchte, alle anderen können vermutlich gar nichts damit anfangen. Also lieber Finger weg.

Tipp 6

Der beste Tipp, den man meiner Meinung nach geben kann, heißt „mixen“.

Günstige Basics, gut kombiniert mit einem qualitativ hochwertigen Teil, einem besonderen oder einem Klassiker, ergeben einen wertigen Look, bei dem das günstige Teil nicht wirklich ins Gewicht fällt.

Das funktioniert natürlich nicht, wenn das günstige Teil ein Hingucker, ein Protagonist ist, der laut schreit, „schau mich an“. Solche Teile rettet auch kein Burberry Trench und kein Hermès-Gürtel.

Der größte Irrglaube ist nämlich, dass man mit teurer Kleidung immer gut angezogen sei. Das stimmt nicht. Komplettlooks zeugen meiner Meinung nach eher von wenig Kreativität und eine Logoschlacht wirkt immer irgendwie verzweifelt.

Das heißt nicht, dass ein Designerteil nicht in vielen Fällen als Hingucker oder Statement fungieren kann. Stil  hat aber nichts mit einem großen Geldbeutel zu tun, sondern mit Sinn für Ästhetik und für Werte.

Es ist aber viel trauriger, wenn es jemandem mit einem großen Budget nicht gelingt, sich gut anzuziehen.

Tipp 7

Gepflegte Kleidung und Accessoires sind ganz entscheidend für die Wirkung eines Outfits.

Verschmutzungen, Verfärbungen, lose Fäden, fehlende Knöpfe, Löcher, gezogene Maschen, Pilling, abgestoßenes Leder, abgelaufene Absätze, angelaufener Schmuck, all das lässt ein Outfit tendenziell schlampig wirken, egal aus was es besteht.

Wenn man beispielsweise vor  einem Paar Schuhe steht und denkt „gehen die noch oder müssen die weg?“, gilt in der Regel: Wenn man sich diese Frage stellt, gehören sie in jedem Fall zu einem vernünftigen Schuster, eventuell auch weg.

Mit dieser traurigen Botschaft (ich habe auch ein paar Kandidaten, die ich wahnsinnig gerne trage, denen man das  aber auch ansieht) möchte ich es dann erstmal bewenden lassen.

Waren ein paar hilfreiche Tipps dabei? Weiterer Bedarf  vorhanden? Ich freue mich auf Feedback.

Jetzt muss ich aber erstmal das tödlich beleidigte Kokettier becircen. Das arme Wesen wurde total vernachlässigt.

Total beleidigt! Sieht man doch …

… vielleicht liest man sich wieder …

Ach ja, wer sich fragt, was es mit dem Titelbild auf sich hat und wie das zum Beitrag passt: 

„Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt.“
Albert Einstein

2 Replies to “Schnäppchen & Co. Top gekleidet, auch mit kleinem Geldbeutel – (wie) geht das?”

  1. Hallo liebes Kokettier,

    Ganz lieben Dank für diese tollen Tipps. Ich kannte Limango zum Beispiel noch nicht und bin hin und weg von den Produkten und vor allem dem Ersparnis. Dein Blog ist auch ganz super toll und ich finde, dass man merkt, wie viel Aufmerksamkeit und Leidenschaft, du hineinsteckst.

    Liebe Grüße
    Nina

    1. Liebe Nina,

      Ach, das freut mich aber!
      Genau so ist er gedacht und wenn das so wahrgenommen und genutzt wird, ist das großartig!

      Herzlichen Dank und liebe Grüße,

      Carolin

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