Pavlov Posad Tücher – Wohlfühlen to go

Pavlov Posad Tücher – Wohlfühlen to go

Das Kokettier braucht, kein Wunder bei so wenig Haaren und gar keinem Fett, stets eine gewisse Temperatur, um sich wohlzufühlen. Jeder Sonnenfleck wird genutzt, jede Wärmequelle genossen. Und, wo immer sich die Möglichkeit ergibt, muss das Kokettier zugedeckt werden, sonst deckt es sich selber zu. Das ideale Klima für ein Kokettier ist warm und weich, für unbequem gibt es Abzüge in Grad Celsius. Daher lernt man rasch: um mit Kokettier glücklich  zu werden, insbesondere unterwegs, bedarf es einer gewissen Ausrüstung.

Nun gibt es vom Buggy (schwiiiiiieeeeeerig!), über diverse Tragetaschen, Kissen oder Decken alles Mögliche, was hier als Problemlöser fungieren könnte. Doch, wenn man nicht ständig mit Gepäck reisen möchte, das ein erfahrener Sherpa für ein Wochenende im Himalaya gutheißen würde, gilt es, eine Alternative zu finden, die

…man automatisch dabei hat

…sich harmonisch ins Gesamtbild einfügt

…den Anforderungen beider Parteien genügt.

Dankenswerterweise ist ein Accessoire ebenso zeitlos wie vielseitig. Das Halstuch.

Ich habe bereits von meiner Leidenschaft für Hermès Carrés berichtet. Ein Seidencarré allerdings, Farbenpracht hin, Imagebonus her, weist in Bezug auf die verantwortungsvolle  Aufgabe des Kokettierwärmens einige Unzulänglichkeiten auf:

  1. zu dünn. Niemals darf Licht durch das Material scheinen, idealerweise sollte auch keine Luft mehr durchkommen. Atmen ist für niedere Lebewesen.
  2. zu klein. Zwar können sich 4kg Kokettier, auf die Größe eines Kaiserbrötchens einrollen, aber aufgrund von Punkt 1 müsste das Carré ja mindestens 4x gefaltet werden, bei einer Größe von 90x90cm bleibt da gerade mal ein Kleenex übrig.
  3. zu empfindlich. Für das Kokettier ist nichts gut genug, geschweige denn irgendetwas zu gut. Dennoch empfiehlt es sich, die Bekanntschaft zwischen Seidencarré und Kokettier-Krallen zu vermeiden.

Schals und Halstücher gibt es in großer Vielzahl und damit einhergehend auch einer gewissen Beliebigkeit. Das Ikonische eines Hermès Carré fehlt ihnen in der Regel.

Es gilt also, etwas Vergleichbares zu finden, nur dicker, wärmer und weniger empfindlich.

Dabei aber ähnlich farbenprächtig, vielfältig und sagenumwoben.

Gibt es nicht? Gibt es! Pavlov Posad Tücher.

Es handelt sich hierbei um russische Trachtentücher, die in der kleinen Stadt Pavlov Posad nach alter Tradition in einer Manufaktur gefertigt werden.

Hergestellt werden die Tücher aus 100% feinster Merinowolle, eingefasst von handgeknüpften Seiden- oder Wollfransen, die Größen variieren von 72x72cm bis 148x148cm.

Für die Gestaltung zeichnen Künstlerinnen und Künstler verantwortlich, die die Muster fast meditativ entwickeln, vergleichbar einem Mandala. Jedes Tuch trägt einem Namen, da gibt es „Geheimnis des Herzens“, „Russisches Prachtfest“, „Nächtliche Serenade“ und „Strahlende Schatzkiste“. Der Aufbau ist meist ähnlich, es gibt typische, immer wiederkehrende Elemente, dazu gehören stilisierte Rosen, Sonnenblumen, Lilien und andere Blumen, Ranken und Ornamente. Die meisten Tücher sind (ähnlich wie die Hermès Carrés) in unterschiedlichen Farbkombinationen erhältlich. Es gibt viele traditionelle Motive, zunehmend aber auch modernere, die Einflüsse anderer Nationalitäten aufweisen. Alles in allem wird aber, wer einmal ein Pavlov Posad Tuch gesehen hat, diese Tücher immer wiedererkennen.

Die feine Wolle erlaubt eine hohe Farbintensität und die Farbzusammenstellungen sind oft gewagt, aber stets gekonnt und außerordentlich inspirierend. So manch ein Outfit ist dem Farbcode eines Tuchs folgend entstanden.

Doch auch jenseits von modischen Aspekten sind diese Tücher etwas Besonderes. Sie halten schön warm, tragen sich sehr angenehm, es gibt viele unterschiedliche Arten sie zu binden, zu winden, zu schlingen, zu knoten oder zu drapieren – durch den Musteraufbau und die Fransen wirkt das gleiche Tuch dabei immer wieder anders. Traditionell sagt man den Tüchern heilende und entspannende Kräfte nach, schreiende Babies sollen sich – so heisst es- darin eingewickelt, sofort beruhigen.

Doch wo bekommt man diese magischen Zaubertücher?

Ich hatte das große Glück, sie über Natalie Müller kennenzulernen, eine gebürtige Russin und Grafikdesignerin, die nach der Geburt ihrer beiden Kinder eine Möglichkeit suchte, Hobby und Beruf kinderfreundlich zu verbinden. Sie bestellte also einige der Tücher, die sie aus ihrer Heimat kannte und  schon immer geliebt hatte, und begann, sie im Rahmen von persönlichen Terminen zunächst im Freundeskreis zu vertreiben. Das wunderbare Produkt in Kombination mit einer ehrlichen und kompetenten Beratung, der man die Leidenschaft für das Thema deutlich anmerkt, erfreute sich durch stetige Empfehlung schnell wachsender Nachfrage und so wurden die Pakete, die Natalie am Zoll abholte, immer größer.

Inzwischen hat sie einen Onlineshop, Zarevna – zu deutsch „Zarenprinzessin“, eröffnet, in dem man 24/7 Pavlov Posad Tücher bestellen kann. Trotzdem versucht sie nach wie vor den persönlichen Kontakt zu ihren Kundinnen zu wahren, indem sie ihnen auch online die Beratung anbietet, die sie in einem persönlichen Gespräch leisten würde.

Dabei nimmt die humorvolle und sympathische junge Frau auch kein Blatt vor den Mund, sollte einem ein Tuch nicht stehen – bei ihr geht es darum, dass man lange Freude an seinen Tüchern hat. Plural deshalb, weil man, einmal  entflammt, nicht mehr davon loskommt und es niemals bei nur einem dieser herrlichen Accessoires bleibt.

Tatsächlich verfüge ich inzwischen über eine veritable Sammlung und gehe kaum noch ohne aus dem Haus. Man könnte fast von einem Signature Look sprechen.

Einem gefällt das besonders, dem Kokettier. Nirgendwo schläft es sich so kuschlig wie auf dem Schoß, eingehüllt in ein Pavlov Posad Tuch. Hört Ihr es? chhrrrr chrrrrr chrrrrr

Das Kokettier im Pavlov Posad Himmel

 

…vielleicht liest man sich wieder…

8 Replies to “Pavlov Posad Tücher – Wohlfühlen to go”

    1. So ein Kokettier ist eine echte Rarität – glücklich, wer eins hat ;-). Und die Tücher, da empfehle ich definitiv „ganz viele“, aber das kommt von ganz allein 🙂

  1. Und wieder einmal frage ich mich: wie findest du immer diese ganzen Designerschätze? Großartiger Artikel, wunderschöne Tücher 🙂 Bei der Beschreibung vom Kokettier musste ich herzlich grinsen und zustimmend nicken 🙂

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