Mut zum Hut – ein Plädoyer für ein unterschätztes Accessoire

Mut zum Hut – ein Plädoyer für ein unterschätztes Accessoire

Wer elegante Kleidung liebt, ein Faible für den Stil der 50er Jahre hat und für den Grace Kelly und Audrey Hepburn nach wie vor Ikonen sind, der kommt an einem Accessoire nicht vorbei-einem Hut.

Diese drei Buchstaben öffnen die Tür zu einer Welt voller großartiger Verwandlungen, denn nichts verändert die Attitude einer Person so stark wie ein Hut.

Man geht gerader, man fühlt sich größer, man ist sich unter Umständen der Aufmerksamkeit bewusst, die man auf sich zieht, man wird auch durchaus angesprochen und manch einer mag einen auch für wunderlich halten, aber das darf einem mit Hut auf dem Kopf herzlich egal sein.

Nicht umsonst sagt man in Projekten „einer muss den Hut aufhaben“.

„Mut zum Hut“ , so heisst auch die größte Hutausstellung der Welt, die einmal im Jahr, Ende September, in Neuburg an der Donau stattfindet und seit 19 Jahren Modisten, Hutmacher und Designer mit begeisterten Hutträgern und solchen, die es werden wollen, zusammenbringt.

Bei einem Besuch wird einem ganz schwindelig vor lauter Farben, Formen, Designs – eine Vielfalt, in der gewiss jeder, der sich traut, den richtigen Hut findet. Es gilt einfach, beherzt zuzugreifen, auszuprobieren und dabei auch unbedingt einen Rat von den erfahrenen Kopfputzherstellern anzunehmen, denn nicht immer steht, was auf Anhieb gefällt. Manchmal müssen sich Hut und Träger erst finden, aber ist man ersteinmal auf den Geschmack gekommen, wird man das Hutfieber so schnell nicht wieder los.

Umso erfreulicher, wenn man jemanden findet, der das gleiche Hutverständnis hat und Hüte herstellt. Individuelle Hüte, auf den Träger oder die Trägerin zugeschnitten.

Nicole Jacob beherrscht die Kunst des „Hutflüsterns“, wobei sie sagt, es seien die Hüte, die flüstern, nicht sie. In ihrem kleinen, aber feinen Atelier „Die Hüterei“, einer Holzhütte in ihrem Garten, stellt sie nach traditioneller Handwerkskunst mit wenigen Hilfsmitteln, viel Können, Sinn für Design und Freude an dem, was sie tut, Hutunikate her.

Sie zieht, sie formt, sie appretiert, näht und garniert, und das alles in ihrer Freizeit. Ende 2016 hat sich die gelernte Modistin, die lange Jahre nicht in diesem Beruf gearbeitet hat, mit der Werkstatt und dem Label einen Traum erfüllt. Während man ihr auf den ersten Blick mehr ihre Verwurzelung in der Gothicszene ansieht, schwärmt sie seit Jugendzeiten für Coco Chanel. Schwarz als Lieblingsfarbe verbindet die beiden Stile.

Jeder ihrer Hüte hat eine eigene Persönlichkeit und trägt dementsprechend auch einen eigenen Namen.

Ich freue mich schon auf meinen neuen Winterbegleiter, einen breitkrempigen Fedora mit Leomuster in der Farbe des Kokettiers… dann gehen wir im Partnerlook, wenngleich das Kokettier keinen Hut braucht, um die Blicke auf sich zu ziehen, aber dazu ein anderes Mal mehr…

…vielleicht liest man sich wieder…

 

Titelbild

Hut: Die Hüterei, Modell „Autriche“
Foto: Darling Little Place

4 Replies to “Mut zum Hut – ein Plädoyer für ein unterschätztes Accessoire”

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