Hobby: Stil

Hobby: Stil

Während andere Leute Yoga machen, ins Fitnessstudio gehen, stricken, häkeln, backen oder Sprachen lernen, wühle ich seit jeher in meinen Kleidern, stelle Outfits zusammen, teste neue Tragevarianten, kombiniere immer wieder neu und recherchiere, was als Ergänzung  passt und was noch besser.

Ich habe das immer für einen Spleen gehalten, insgeheim andere um ihre echten Hobbies beneidet und das wahre Ausmaß meiner Leidenschaft eher relativiert. Wieso eigentlich? Denn das ist es, was mir Freude macht.

Anspruch 

Zudem besitzen die Themen Kleidung und Mode zahllose interessante und gesellschaftlich durchaus relevante Komponenten und sind  keineswegs so banal wie man meinen mag.
Da wären, nur als Beispiel, die historische Ebene (Epochen, Stile, Kleidung und ihre Bedeutung im Wandel der Zeit), die soziale (Trachten, Uniformen, Habitus und wie Kleidung Leute macht oder eben auch nicht) und die produktbezogene (Materialien, Verarbeitung; Marken, Designer, ikonische Kleidungsstücke und ihre Geschichte) … wenn man einmal darüber nachdenkt, wird man feststellen, was für eine immense Bedeutung Kleidung in einer Gesellschaft zukommt, von der wirtschaftlichen Bedeutung einmal ganz abgesehen, darüber möchte ich aber nicht nachdenken, das macht schlechte Laune.

Den Zauber, den die Mode und alles, was mit ihr zusammenhängt, besitzt, durfte man in den letzten Tagen, nach dem Tod Karl Lagerfelds,  geballt erleben. Das hat mich dazu bewogen, einmal darüber nachzudenken, wie sich eigentlich mein Verhältnis zur Mode und mein Verständnis von Stil entwickelt haben.

Entwicklung

In der Schulzeit gab es anfangs Phasen der Abgrenzung und der Anpassung. Trends wollte ich mitnehmen, tat mich aber immer schwer, weil ich spät dran war, meine Eltern es nicht unterstützten oder ich einfach nicht das für mich Passende fand. Später begann ich dann, mich bewusst anders zu kleiden und bis auf wenige Ausnahmen, dann nämlich, wenn ein Trend mir richtig gut gefällt, bin ich dabei geblieben. Meine Trends mache ich selbst. Manchmal finde ich besonderen Gefallen an einem Kleidungsstück oder einem Accessoire. Dann sammle ich etliche davon an, spiele damit und entwickle teilweise einen regelrechten Signature Look, der dann in der Regel erst von der nächsten Phase abgelöst wird. Beispiele sind die Broschenphase, die Pavlov-Posad-Phase und die Hermès-Phase. Die Themen verschwinden nach der Phase nicht, sie treten nur in den Hintergrund oder vermischen sich mit anderem.

Was ist Stil (immer die gleiche Frage)

Einen eigenen Stil zu entwickeln bedeutet nicht, immer gleich auszusehen. Stil ist eine Haltung, eine Haltung Kleidung gegenüber, aber auch  gegenüber sich selbst. Wer einen grundsätzlichen Stil hat, kann mit Richtungen, Ausprägungen und Trends spielen und gerade das ist es, was Spaß macht. Diese riesige Spielfreude ist es, die mir das Thema nie langweilig werden lässt. Gut/richtig/adäquat angezogen zu sein, ist mir wichtig. Wenn ich mich falsch oder unpassend gekleidet fühle – und dazu kann ein nicht optimal gewähltes Accessoire ausreichen – fühle ich mich einfach nicht wohl. Warum das so ist? Kleidung ist nicht zuletzt auch Rüstung für mich. Vor herausfordernden Situationen mache ich mir besonders viele Gedanken. Immer wieder eine solche Herausforderung: das passende Outfit für ein Event. Dabei überlege ich mir immer, wie möchte ich mich dort fühlen, welche Rolle habe ich, wie möchte ich wahrgenommen werden und was erfüllt auch aus pragmatischer Sicht die Anforderungen (muss ich stehen, sitzen, laufen, wie ist der Untergrund beschaffen, gibt es Essen….).

Der Jagdtrieb

Wenn ich ein bestimmtes Kleidungsstück suche, recherchiere ich oft tagelang, bis ich exakt das gefunden habe, was ich suche. Gut, manchmal stolpere ich dabei auch über das eine oder andere. Aber ich bleibe immer dran.
Ein fehlendes Puzzleteil zu finden, das ein Outfit komplettiert, ist für mich ein Hochgefühl!
Marken sind für mich zweitrangig. Marken geben Sicherheit, wenn man unsicher ist, was man anziehen soll, aber diese Sicherheit ist trügerisch. Sie sind kein Garant dafür, dass mich etwas kleidet und darum geht es in erster Linie. Reizvoll finde ich Klassiker, aber auch die müssen mir stehen/gefallen, sonst erfüllen sie ihren Zweck nicht.

Wahrnehmung

Wie sich Menschen kleiden ist für mich Bestandteil meines ersten Eindrucks und oft habe ich das Bedürfnis, Tipps und Ratschläge zu geben, lasse es dann aber, weil ich es als übergriffig empfinden würde. Aber nichts freut mich mehr, als um Rat gefragt zu werden. Dann laufe ich zu Hochform auf.
Für mich ist es besonders wichtig, dass ich weiß, wie sich ein Mensch sieht und wie und worin er sich wohl fühlt, um Ansätze zu finden. Es bringt gar nichts, jemandem etwas anzuziehen, worin er sich nicht wiederfindet. Mit der Zeit entwickelt sich Vertrauen, dann kann man auch mutiger werden.
Ich selbst habe für mich ein klares Verständnis, was ich besonders mag, ich käme aber nie auf die Idee, diese Vorstellung jedem überzustülpen, Stil ist nicht replizierbar, nicht übertragbar, er muss sich entwickeln. 

Die Idee ist es, herauszufinden, was die Persönlichkeit strahlen lässt, dann nämlich, wenn man vorm Spiegel steht und ein Leuchten in den Augen hat, weil man vom eigenen Anblick hingerissen ist. Dieser Moment macht glücklich. Versprochen!

Wer Lust auf Stil(Beratung) bekommen hat, kann mich gerne unter kontakt@das-kokettier.de anschreiben. Inspiration gibt es –  mit wenigen Ausnahmen täglich -auf Instagram unter @das_kokettier .

Das Kokettier strahlt immer, ist ja auch immer gut angezogen.

 

… vielleicht liest man sich wieder …

 

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