Kale and Me – ich saftkure, cleanse, detoxe

Kale and Me – ich saftkure, cleanse, detoxe

Vielleicht habe ich gerade eine etwas selektive Wahrnehmung, aber mir scheint, dass nahezu jeder Lifestyleblog, der etwas auf sich hält, mindestens einmal über eine Saftkur berichten sollte. Vermutlich erklärt sich das damit, dass etwas so Lifestyliges wie Saftkuren, Glow und Frische nicht bloß ins Gesicht, sondern auch noch in den alltäglichsten  Blog zaubert.

Warum mache ich eine Saftkur?

Also werde nun auch ich von meinen Erfahrungen mit der 3-Tages-Kur von Kale and Me berichten. Diese dürften ein wenig von den üblichen Berichten abweichen, da allein schon meine Zielsetzung grundverkehrt war. Ansich soll ein „Cleanse“, aka Saftkur, den Zielen „Restart“, aka Ernährungsumstellung oder Detox, aka Entgiftung, dienen. Ich hingegen habe am kommenden Freitagabend eine festliche Veranstaltung mit dem Dresscode „Tracht“ und musste beim Anprobieren feststellen, dass nach Kipferl&Co. – Weihnachtszeit oléolé – der Reissverschluss ein wenig kniff. Glückliches Kokettier, hat es doch nie solche Probleme, seine Mäntel passen immer und ohnehin ist an dem kleinen Keks ja nichts dran.

Das Kokettier sagt „bitte keine Saftkur!“

Da ich mich bei trübem Wetter ohne strikte Vorgaben äußerst schwertue, über einen längeren Zeitraum auf Schokolade, Schokoladenkekse, Schokoladenkuchen etc. zu verzichten, beschloss ich, eine dreitägige Saftkur zu machen. Erfahrungen dazu durfte ich bereits im Sommer vergangenen Jahres sammeln, daher wusste ich, dass ich das durchhalte, wenn ich muss. Und dass ich muss hängt damit zusammen, dass 3 Tage dieser Kur 79,00 Euro kosten. Da überlegt man sich zweimal, ob man den Erfolg riskiert, indem man nascht. Denn anders als das Fitnesstudio, das man eventuell auch bezahlt und dann nicht hingeht, ist die Saftkur nur begrenzt haltbar und damit auch nur begrenzt aufschiebbar. Somit entfallen auch selbstgemachte Säfte, aus deren Zutaten man wunderbar auch Essbares zaubern kann und Essen ist ja während der Saftkur verboten.

Warum Kale and Me?

Ehrlich gesagt war es letztes Jahr das Angebot 2 zum reduzierten Preis (von etwa eineinhalb). Zu zweit kurt es sich besser, dachte ich mir, und griff zu. Tatsächlich ist es wurscht, ob man allein oder zu zweit kurt, denn so richtig viel Spaß macht es so oder so nicht. Was mich bewogen hat, erneut zu Kale and Me zu greife, war einerseits die Tatsache, dass ich wusste, dass die Säfte schmecken und ich mit der Menge durch den Tag komme und zweitens, dass die Mandelmilch, die es als letzten Saft des Tages gibt, wirklich toll ist und gut tut. Und eine solche Mandelmilch gibt es nicht bei jedem Cleanse/Saftkur/Detox-Programm. Zudem spielte der Preis eine Rolle. 79,00 Euro sind meine absolute Schmerzgrenze gewesen, ein wenig versüßt durch einen Code, den ich auf Flying Foxy, einem sehr schönen Blog rund um die Themen Reisen und Lifestyle, gefunden hatte, der mir eine kostenlose Jutetasche und einen zusätzlichen Saft bescherte. Wer die Kur auf Facebook empfiehlt, erhält übrigens weitere zwei Flaschen nach Wahl.

Kale and Me wurde durch die Höhle der Löwen bekannt und zeichnet sich durch einen wirklich stylishen Look aus, Von der Homepage über die Flaschen bis hin zur Verpackung und dem „KUR BEGLEITER“, einem kleinen Booklet, ist alles sehr puristisch gestaltet und die Fotos der Säfte sehen extrem einladend aus, vielleicht noch einen Tick frischer, fruchtiger und strahlender als in Wirklichkeit. Auch der Kundenservice ist richtig gut. Bei Fragen, Änderungswünschen in Sachen Liefertermin oder einer Stornierung wird schnell per Mail geantwortet und weitergeholfen.

Das-Rundum-Glücklich Paket von Kale and Me – 6 Flaschen und ein Kurbegleiter

Kostenvergleich – was bietet der Markt?

Weil ich neugierig bin, habe ich mir für die nächsten Wochen 1-Tages-Kuren von drei anderen Anbietern bestellt:

Klar sind die 3 Tages-Kuren im Verhältnis günstiger, aber ich wollte mir einfach mal ein Bild vom Angebot machen.

Bestellt habe ich:

Pressbar 

1 Tag Detox Saftkur mit Mandeldrink 7x250ml, 23,50 Euro

Versand 9,90 Euro (kriegt man allerdings erst im zweiten Paypal-Zahlungsschritt mit, das ist ziemlich schlecht gelöst und nervt richtig! Außerdem gibt es einen Mindestbestellwert von 29,90 Euro, das kriegt man aber auch erst mit, wenn man ihn unterschreitet.)

Beerio 

1 Tag, 6x 250ml, 19,00 Euro (hier sind die Säfte pasteurisiert und nicht wie bei den anderen Anbietern kaltgepresst)

Versand 3,90 Euro, ab 39 Euro Bestellwert entfallen die Versandkosten.

Rawlution 

1 Tag, 8x250ml, 16,99 Euro

Versand 6-32 Flaschen 9,90 Euro

Zu teuer waren mir:

the frank juice 

1 Tag, 6x 500ml, 42,00 Euro – aktuell im Neujahrsangebot für 39,00 Euro

Versand (nach Menge gestaffelt)  bei 1 Tag 5,00 Euro

Pure Delight

ehemals „Detox Delight“, die Mutter aller Cleanses

1 Tag, 6x ?ml (ich habe keine Angabe gefunden) ab 42,00 Euro

Im Vergleich:

Kale and Me

 1 Tag, 6x 320ml, 27,00 Euro

Versand (nach Menge gestaffelt) bei 13 Tagen 7,50 Euro

Bestellung und Lieferung

Da meine Dirndlanprobe letzte Woche nachts um 23:55 stattfand, bestellte ich die Säfte in den frühen Morgenstunden online. Und zwar anhand der Lieferterminauswahl für meinen Wunschliefertermin, also vorgestern. Vorgestern wurde auch geliefert, aber da ich ja gleich anfangen wollte, war 12:15 etwas spät, da hatte ich bereits 2-3 Säfte verpasst. Dementsprechend gibt es keine Auspackbilder, keine Bilder der versammelten Flaschen und auch keine liebevoll inszenierten „Jetzt geht’s los“-Schnappschüsse. Ich habe mich gänzlich unfotogen auf die ersten 2 Säfte gestürzt und diese hinunter. Es empfiehlt sich also, einen Tag Puffer zwischen die Lieferung der Säfte und den Beginn der Kur einzuplanen.

Versand und Verpackung

Der Versand erfolgt mit Stroh als Dämmmaterial und Gefrierpads, zudem kühlen sich die Säfte gegenseitig. Dennoch sollten die Säfte nach der Lieferung zügig ausgepackt und in den Kühlschrank gelegt werden. Nicht erschrecken, 18 Flaschen sind eine ganz ordentliche Menge, die sich im Kühlschrank durchaus bemerkbar macht. Und wer sich Gedanken bezüglich der Entsorgung macht: Die Flaschen können kostenlos mit einem Retourenschein an Kale and Me zurückgeschickt werden. Ein toller Service. Alternativ wird empfohlen, aus den Flaschen etwas zu basteln aka Kalecycling. Wäre ja auch schade um die preisgekrönte Verpackung: Kale and Me ist German Design Award Winner 2018.

Verlauf der Saftkur

Grundsätzlich ist es so gedacht, dass man die Säfte im 2-Stunden-Takt trinkt, dazwischen viel Tee und Wasser. Insofern verbietet sich diese Kur für Außendienstler und alle, die viel unterwegs sind, von selbst. Viel trinken sollte man aber in jedem Fall, da der Magen sonst übersäuert und man Sodbrennen bekommt, zumindest ich habe das so wahrgenommen und deshalb brav Tee um Tee aufgebrüht. Tee ist gerade am ersten Tag prima, weil man da leicht friert, auf jeden Fall ging es mir so. Zudem habe ich den Eindruck, dass die Säfte besser bekömmlich und aromatischer sind, wenn sie Zimmertemperatur haben und nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen. Abends, vor dem letzten Saft, mache ich ein 45minütiges Basenbad. Das soll den Detox- oder Entschlackungseffekt unterstützen. In jedem Fall tut es gut, denn es entspannt und lässt einen abends runterkommen und anschließend wunderbar schlafen.

Nach der Kur ist vor der Kur

Im Idealfall isst man in den Tagen davor schon bewusst und macht 2 sogenannte Entlastungstage mit wenig Kohlenhydraten, Zucker, Koffein und bei Rauchern Nikotin.  Während der Kur kann man, sollte das Hungergefühl zu stark werden, ergänzend zu den Säften klare Gemüsebrühe, Hühnerbrühe oder eine Banane essen. Nach der  Kur sollte man versuchen, ganz bewusst gesund essen. Kale and Me gibt einem hierzu drei Tipps mit auf den Weg: 1. Avocado-Creme statt Butter als Brotaufstrich: weniger Fett, weniger Kalorien, nussiges Aroma 2. Mandel-Mehl oder andere Mehlsorten aus Hülsenfrüchten oder Nüssen mit weniger Kohlenhydraten und einer Extraportion an pflanzlichem Eiweiß 3. Gesundheitsgeheimnis der Japanerinnen: Maximal 80% satt essen.

Ich bin ganz ehrlich: Ich habe keine Entlastungstage gemacht und am Freitagabend erwartet mich und mein Dirndl ein 4-Gänge-Menü und anschließend eine Bar, aber danach denke ich mal über die Avocadocreme nach…

Die Säfte

Zu allen Säften muss man sagen, dass sie sich in 2 Phasen trennen, eine mehr oder weniger klare und die etwas schwereren Saftanteile. Das hängt mit dem Verfahren der Kaltpressung zusammen. Durch gründliches Aufschütteln vermengen sich die beiden Phasen wieder.

Die Säfte in der Übersicht. Saft 6/2 Pumpkin Polly
Hier die Übersicht mit Saft 6, Amy Almond.

Saft Nummer 1, Pamela Pine mit Ananas, Apfel, Gurke, Zitrone, Minze

Schmeckt sehr erfrischend und lecker. Einziger Nachteil: nach diesem Saft beginnt man richtig zu frieren.

Saft Nummer 2, Catie Carrot mit Karotte, Apfel, Zitrone

Sieht nach dem Aufschütteln lecker karottig aus, ist aber recht zitronenlastig und unterstützt das Frieren, aber keine Angst, das wird bei den folgenden Säften besser.

Saft Nummer 3, Al Avoca mit Avocado, Spinat, Ananas, Zitrone

Dieser Saft ist geschmacklich etwas gewöhnungsbedürftig, aber er hat den Riesenvorteil, dass er wirklich sättigend wirkt. Die Avocadostückchen sorgen für eine wenig einladende Optik, vermitteln einem aber zumindest die Illusion, etwas gegessen zu haben.

Saft Nummer 4, Rosie Roots mit Rote Beete, Apfel, Zitrone, Ingwer

Der aus meiner Sicht leckerste Saft gibt einem einen Frischekick, schon die pinke Farbe macht gute Laune und als Ingwerjunkie komme ich voll auf meine Kosten.

Saft Nummer 5, Kalvin Kale mit Grünkohl, Gurke, Spinat, Apfel, Staudensellerie, Zitrone

Hier haben wir noch einen eher speziellen Kandidaten. Er ist durch den Staudensellerie etwas gemüsiger als seine Kollegen. Da ich in den Nachmittagsstunden aber merke, dass ich abbaue, bin ich froh über alles, was ich kriege und tatsächlich bringt dieser Saft einen dann gut über die Runden.

Saft Nummer 6, Amy Almond mit Mandel, Dattel, Wasser, Salz

Mein absolutes Highlight, darauf freue ich mich schon morgens. Die Mandelmilch ist lecker und sie ist im Vergleich zu den anderen Säften regelrechtes Soulfood. Sie schmeckt leicht süßlich, man merkt in der Konsistenz die feingemahlenen Mandeln, sie nimmt das Hungergefühl und ist damit ein Superabschluss für den Tag

Und neu: Saft Nummer 6/2, Polly Pumpkin mit Kürbiskern, Dattel, Wasser, Salz

Auch sehr lecker und vergleichbar mit der Mandelmilch, nur aufgrund der Kürbiskerne etwas herber. Ebenfalls wohltuend und sättigend. Und eine nette Abwechslung obendrein.

Erfolgserlebnisergebnis, 2/3 geschafft

Der Effekt

Nun kommen wir zum wirklich spannenden Teil – was bringt so eine Saftkur? Ich kann hier nur für mich sprechen, aber allein an der Tatsache, dass es die zweite ihrer Art für mich ist, sieht man, dass ich mir etwas davon verspreche.

  • Zunächst einmal verspreche ich mir die Erfüllung meiner Zielsetzung davon. 1kg Gewichtsverlust. Das dürfte klappen, denn schon nach zwei Tagen zeigt die Waage das gewünschte Ergebnis. Dass das kein langfristiger Gewichtsverlust ist, ist klar, aber für einen zwickenden Reissverschluss sollte es reichen.
  • Eine Saftkur bringt das gute Gefühl, etwas für sich und seinen Körper zu tun. Man fühlt sich leichter, unbeschwerter und tatsächlich habe ich schon lange nicht mehr so gut und lange geschlafen. Nicht umsonst findet, wer „Kale and Me“ in die Google-Suche eingibt als erstes eine Anzeige mit dem Titel: Kale&Me – Kaltgepresste Säfte | Perfekt für die guten Vorsätze‎.
  • Eine Saftkur befreit einen für drei Tage von allen Überlegungen zum Thema Essen und man sieht plötzlich, wieviel Zeit man sonst damit verbringt: Was esse ich heute? Worauf habe ich Lust? Was muss ich dafür einkaufen? Habe ich eigentlich noch Schokolade da? Zudem entfallen Zubereitung und ausgiebige Mahlzeiten. Das ist sicherlich kein Plädoyer dafür, nur noch Saft zu trinken, aber die Erfahrung schärft das Bewusstsein. Man hat tatsächlich Lust gesünder und bewusster und vielleicht auch geplanter zu essen.
  • Zudem bietet eine Saftkur die Möglichkeit, mir etwas zu beweisen, nämlich, dass ich die Disziplin habe, das durchzuhalten, ohne Hintertürchen oder kleine Ausreißer. Gerade der erste Tag ist wirklich hart, ich war müde, habe gefroren und mich erschöpft und schwach gefühlt, Tag zwei ist dagegen wirklich verflogen und nach der Hälfte des dritten Tages muss ich sagen: Ich fühle mich gut und das Lustige ist – dürfte ich jetzt essen, ich wüsste nicht was. Ich könnte mir sogar vorstellen, morgen noch einen Tag zu machen…

…zum Glück geht das ja nicht, mein Dirndl wartet.

… vielleicht liest man sich wieder …

Das Kokettier erträgt das Flaschengedöns mit stoischer Ruhe…

 

 

 

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