Goldene Herbstgedanken

Goldene Herbstgedanken

Nun ist es ja eine Sache, dass wir bereits Oktober haben und ich das Gefühl habe, vom Jahr 2017 um mindestens 3-6 Monate betrogen worden zu sein. Wo sind die geblieben? Eine andere Sache ist es aber, dass der Herbst ansich die Jahreszeit ist, in der einem schon von Blattesfarben wegen, die Zeit durch die Hände rinnt, in der man automatisch Bilanz zieht. Vergänglichkeit ist das Stichwort. Und Melancholie die Folge.

Umso schöner ist es, wenn die leise Wehmut, die im Herbst immer mitschwingt, durch ein goldenes Wochenende wie das vergangene aufgebrochen wird.

Es ist doch wie im wahren Leben, in dem Freud und Leid, Werden und Vergehen, nah, manchmal allzu nah beinander liegen. Ein Memento Mori, das mal lauter, mal leiser flüstert: „Carpe Diem!“.

Dass ich das nicht alleine so wahrnehme, stelle ich immer öfter in Gesprächen mit Freunden fest. Vermutlich liegt es am Alter – Mitte, Ende 30 -da zieht man Bilanz über Erreichtes, über Versuchtes und Gescheitertes, Begonnenes und Geglücktes, da schaut man zurück auf Verlorenes, Verworfenes, auf Menschen, auf Dinge, auf Erfahrungen.

Anders als bei der Nostalgie, die allem einen rosa Schimmer verleiht, insbesondere dem Verlorenen oder Verworfenen („Wieso eigentlich…?, Wäre nicht…?, Hätte ich vielleicht…?), fällt es beim Bilanzziehen ungleich schwerer, den Fokus auf das Positive („Hah, war das gut! Würde ich wieder so machen, Richtige Entscheidung!“) zu richten.

Aber statt zu richten und zu rechten, mit getroffenen Entscheidungen zu hadern oder sie zu bereuen, gilt es doch vielmehr zu betrachten, wo man jetzt steht, wie man sich selbst und wie die eigenen Entscheidungen einen verändert haben und was man heute als sinnstiftend empfindet.

Denn eigentlich ist im Leben tatsächlich der Weg das Ziel, denn das Ziel ist für alle gleich und da wir nicht wissen, wann es auf uns wartet, gilt es, das Beste aus dem Weg zu machen.

Und dabei hört man immer öfter Sätze wie „Materielles belastet mich nur noch.“, „Ist es nicht furchtbar zu sehen, wie Menschen, die alles zu haben scheinen, sich doch allzu oft als unzufrieden und unglücklich entpuppen?“, „Was für mich wesentlich ist, verändert sich gerade stark.“

Ein besonders schöner Satz zum Thema lässt mich nicht mehr los:

Ein Montblanc schreibt genauso wie ein Werbekugelschreiber, er macht den Inhalt nicht wertvoller, bedeutender oder klüger. Und auch eine Rolex zeigt einfach nur die Zeit an – auch mit ihr kann man die Zeit nicht zurückdrehen oder Zeit dazugewinnen.“

Das sollte man sich mal mit einem Werbekugelschreiber hinter die Ohren schreiben und nicht weiter Zeit damit verlieren, auf eine Rolex zu sparen…

…findet auch das Kokettier und grinst mich frech mit seinem GUCCI Halsband an…

verwöhntes Italienisches Windspiel
Das Kokettier trägt Gucci; Foto: Paul Croes und Inge Nelis

…vielleicht liest man sich wieder…

 

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