Geschichten aus dem Nähkästchen- Erinnerungen mit Stil

Geschichten aus dem Nähkästchen- Erinnerungen mit Stil

Stilprägend

Vorhin bekam ich ein Foto per WhatsApp. Ein Foto meiner Großmutter, die nun schon viele Male Erwähnung in meinen Texten gefunden hat. Und die sicherlich auch eine entscheidende Bedeutung für meine Leidenschaft für Stil gespielt hat, denn sie hatte eine ganze Menge davon. Ihre Haltung, ihr Verhalten und das, was sie trug, waren stets vorbildlich. Selbst, als er ihr gesundheitlich schon nicht mehr gut ging, trug sie Schmuck, achtete darauf, dass alles zusammenpasste und  war stets tadellos frisiert. 

Dieses unerwartete Foto löste Erinnerungen an Stilprägendes in meiner Kindheit aus, schöne Erinnerungen, für die ich dankbar bin. 

Warenkunde

Wie vermutlich jedes kleine Mädchen habe ich früher viel Zeit mit den Kleidungs- und Schmuckstücken, Accessoires und Schuhen meiner Mutter verbracht. Ich habe es geliebt, sie durchzuschauen, anzuprobieren und das Höchste war es, wenn ich an Fasching als feine Dame gehen durfte – mit Hut und Fuchskragen und rotem Lippenstift.

Feine Dame 1987

Ich habe recht frühe Erinnerungen an meine Kleidung, meine Eltern haben immer sehr darauf geachtet, dass ich „schick“ angezogen war und meine Großmutter strickte viel für meine Schwester und mich. Soviel, dass es irgendwann eigene Etiketten gab-  „Annelieses“.

Designs, Farben, Muster und Materialien waren stets ein Thema. Genauso wie Kleidung für Anlässe.  Wichtig war dabei immer, passend, aber ein Quentchen besser angezogen zu sein. Im Nachgang wurden Outfits diskutiert, Farben, Sitz, Schnitt, schmeichelhaft oder nicht – all‘ das waren Fragen, die geklärt wurden.

Meiner Mutter beim Anziehen und Schminken zuzuschauen, sie vor dem Aufbruch zu einem Abendessen oder einem Fest zu bewundern, etwas über die Geschichte einzelner Kleidungsstücke zu erfahren, war immer ein Highlight für mich. Das Schminkritual meiner Großmutter mit Handspiegel und Schminktäschchen in der Küche ist unvergessen. Auf sich zu achten, sich zu pflegen und das Beste aus sich herauszuholen, habe ich von Klein auf als Wert vermittelt bekommen.

Shopaholic

Liebend gerne habe ich meine Eltern oder Großeltern zum Einkaufen begleitet, beobachtet wie die Beratung verlief und schon früh die Verkäufer schätzen gelernt, die einem auch mal von einem Kleidungsstück abraten und sagen, dass es einem nicht steht. Etwas ganz Besonderes war es, wenn mein Vater zu Weihnachten oder zum Geburtstag ein Geschenk für meine Mutter kaufte und ich mitdurfte und oft auch beim Aussuchen helfen durfte. Hier lernte ich den Zauber von Luxus und Service kennen.

Hauptrolle

Eine Erkenntnis war bei all‘ dem ganz entscheidend:   Kleidung sollte die Persönlichkeit unterstreichen. Nicht umsonst ist sie im Film ein wichtiges Merkmal, um eine Figur plakativ zu charakterisieren. Outfits wie das Pünktchenkleid mit Hut bei Pretty Woman oder das unvergessliche kleine Schwarze mit Sonnenbrille in Frühstück bei Tiffany sind allgemein bekannte Filmzitate.

Und wenn man sich in einem Outfit umwerfend fühlt, dann wird man automatisch zur Hauptfigur in seinem eigenen Film. Das heißt nicht, dass das anders nicht möglich ist, aber es fällt leichter und macht einfach viel mehr Spaß!

Wer Outfits noch nie leiden konnte, ist das Kokettier, da steht es drüber…

Klamotten sind so ermüdend

…vielleicht liest man sich wieder …

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