Fluch anstatt Segen bei Booking.com

Fluch anstatt Segen bei Booking.com

Nun ist es bald so weit. Das Firebirds Festival und damit die Wahl zur Miss Vintage Flaneur 2018 steht vor der Tür. 

  • Die Outfits von Topvintage sind eingereicht und offenbar gab es bei der Verfügbarkeit keine Schwierigkeiten. (Erleichterung!)
  • Ich werde nicht allein fahren, sondern in illustrer Begleitung, die Nürnberger Bloggerin „Fräulein von Welt“ wird mich nach Leipzig bzw. Trebsen begleiten (wie cool!).
  • Die Outfits jenseits der Misswahl stehen auch schon (Ich sage nur … „packen“.).

Klingt gut, oder?

Wenn da nicht noch eine Kleinigkeit wäre.

Das Hotel.

Nachdem das erste Hotel einer Kooperation gegenüber auch nach fast drei Wochen Bedenkzeit nicht wirklich aufgeschlossen war (auf Anfrage gerne mehr), beschlossen das Fräulein und ich, den klassischen Weg zu wählen. Für mich ist das Booking.com.

Wieso? Übersichtlich, userfreundlich, komfortabel… bislang immer meine erste Wahl, weshalb ich auch den „Genius. Status“ der Vielreisenden genieße (so oft war es zwar nicht, aber wer sagt da nein?!)

Als Mitglied dieses illustren Clubs erhielt ich letzthin Post (jawohl, Briefpost, auf Papier, in einem Umschlag, in meinen Briefkasten).

Booking.com schrieb mir:

Mit Booking.com erhalten Sie 10% auf Ihre nächste Reise zurück. Buchen Sie noch vor dem 30. Juni 2018.

Hallo Carolin,

Sie werden vielleicht Vielreisender, Jetsetter oder Nomade genannt, doch hier bei Booking.com wissen wir, dass Sie ein Genius sind. Als Mitglied unseres Genius-Programms wissen Sie genau, was ein gutes Angebot ausmacht. Deshalb erhalten Sie von uns 10% auf Ihre nächste Booking.com-Rreise zurück, wenn Sie vor dem 30. Juni buchen (gültig bei einem Mindesbuchungswert von 125 €).

Dieses Angebot gilt zusätzlich zu Ihren 10% Genius-Rabatt, Sie können also noch mehr sparen!

Folgen Sie diesen 3 Schritten, um dieses Angebot zu nutzen:

  1. Buchen Sie über Ihren persönlichen Link
  2. Genießen Sie Ihren Aufenthalt
  3. Erhalten Sie 10% zurück

Ihr persönlicher Link: www.booking.com/s/k

Gute Reise

Matthew Gerrie

Director Marketing – Booking.com

Das Schreiben von Booking.com – der handschriftliche Vermerk ist von mir…

Für alle, die jetzt den Link kopieren und meinen, damit ein Schnäppchen machen zu können: STOP!

Ich habe die letzten Ziffern  geändert, nicht nur, da Ihr sonst auf meinen Account kommt, sondern auch, weil Ihr unnötig viel bezahlen würdet.

Klingt komisch, findet Ihr? Ich auch… aber leider ist dem so.

Die Buchung

Als ich das Hotel in Leipzig buchen wollte, schaute ich erst einmal wie immer in meiner Booking.com-App. Und ich wurde fündig. Ein nettes, designig wirkendes Hotel zu einem höchst vernünftigen Preis, inklusive 10% Rabatt. Schließlich bin ich ja Genius.

Der Preis über meinen regulären App-Zugang

Ich wollte gerade buchen, da fiel mir mein exklusives Schreiben ein, das ich sofort herauskramte und voller Vorfreude auf den Deal meines Lebens, gab ich meinen persönliche Link ein.

Der exklusive Preis über meinen persönlichen Link.

Doch statt eines geringen Preises – oder zumindest eines identischen Preises – fand ich tatsächlich einen weitaus höheren Preis vor. 

Ich war etwas verwundert, beschloss aber, den günstigen Preis davor zu sichern und zu buchen. Das war gestern.

Die Diskrepanz zwischen Werbeversprechen und Realität ließ mich aber nicht los, ich zog bereits in Erwägung, einen Blogbeitrag zu schreiben, aber zu dem Zeitpunkt noch eher, weil ich dachte, es sei mal wieder an der Zeit.

Vorhin schaute ich dann nochmal nach… testete, ob mir nicht vielleicht ein Fehler unterlaufen war. 

Erst mit dem Booking.com Account. Dann mit dem Link.

Ich erinnerte mich an den Mindestbestellwert, verflixt, nicht beachtet, doch auch unter Berücksichtigung des MBW – die gleiche Erkenntnis.

Unter Berücksichtigung des MBW – mit der App
Unter Berücksichtigung des MBW – mit persönlichem Link

ich wurde ver..äh…äppelt, hinters Licht geführt, geblendet, an der Nase herumgeführt, für dumm verkauft und übern Tisch gezogen.

Fast. Denn ich bin ja nicht drauf reingefallen. Ich Fuchs.

Doch was ist nun das Ergebnis der Werbeaktion?

  • Ich finde mein Lieblingsreiseportal plötzlich herzlich unsympathisch.
  • Statt es zu empfehlen, warne ich davor.
  • Ich traue dem Preis-Leistungs-Verhältnis nicht mehr.
  • Ich weiß nicht, ob ich nochmal darüber buche.

Ich unterstelle jetzt einfach mal, dass das nicht die Intention war. Es war vermutlich schlicht und ergreifend eine nicht bis zum Ende durchdachte Nutzung der vielfältigen, fast unendlichen Möglichkeiten, die das Internet Marketeers bietet.

Hier einige Beispiele aus der Online-Trickkiste

  • Es beginnt mit Newslettern, die uns gezielt mit unseren Interessen füttern.
  • Es geht weiter mit Nachfassemails, die uns exakt das anbieten, das wir in diesem Moment (potentiell) benötigen. Typisch für diese Emails ist die Einleitung mit „Wir vermissen Sie/Dich…“
  • Runterzählende Einheiten (nur noch 2 verfügbar – 6 Buchungen in den letzten 10 Minuten) sorgen für künstliche Verknappung und erhöhen den Druck.
  • In userfreundlichen Zeiten (in der Mittagspause und nach Feierabend) steigen die Preise, zum Beispiel auf amazon.de.
  • Unliebsame Kunden, die beispielsweise zuviele Retouren verursachen, können nur noch unattraktive Zahlungsmethoden nutzen, zum Beispiel auf zalando.de – woher ich das  weiß? Die Cousine der Mutter einer Freundin, deren Tante… ähem…
  • Onlinedienste legen eine individuelle Zahlungsbereitschaft zugrunde. Simples Beispiel: Android vs. Apple – Apple-User erhalten teurere Angebote, beispielsweise für Apps, weil sie für subjektiven Mehrwert mehr zahlen – gelernt ist gelernt.
  • Oder, ähnlich wie auf dem Flohmarkt: je lieber ich etwas haben möchte, desto teurer wird es, zum Beispiel bei fluege.de – je öfter ich eine Flugverbindung recherchiere, desto teurer wird sie. Zumindest von dem von mir verwendeten Rechner/Mobile Device aus.

Und am Ende? Da kaufe ich aufgrund geschickter Gamification so oder so, freue mich wie ein Schnitzel über mein Schnäppchen und kriege den Ladenhüter dann prime äh, pronto, zugesandt. Schöne neue Online-Welt.

Dagegen hilft übrigens auch die DSGVO nix.

Und… Achtung: Nicht einmal die Markierung „Werbung durch Markennennung“.

In diesem Sinne (Werbung durch emotionalen Druck und Markennennung):

Das Kokettier hat einen eigenen Instagram-Account bekommen. Unter @elli_daskokettier findet Ihr täglich mehrmals Schnappschüsse und kleine Videos. Follow her!

Das Kokettier wirbt um Instagram Follower @elli_daskokettier

… vielleicht liest man sich wieder …

 

 

2 Replies to “Fluch anstatt Segen bei Booking.com”

  1. Wie immer: Herrlich geschrieben! Ich finde mich in einigem wieder und auch solche Marketing-Pseudo-Schnäppchen kenne ich in ausreichender Form.
    Wie wäre es denn, Booking.com direkt darauf aufmerksam zu machen? Nur so eine Überlegung…

    1. Ganz herzlichen Dank für die positive Rückmeldung – schön, dass die Texte unterhalten! 🙂
      Ich habe Booking.com mehrfach verlinkt und wundere mich, dass sich niemand meldet… ich geb ihnen noch ein bisschen Zeit… selbstverständlich werde ich berichten!

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