Flohmarkt reloaded – Nightmarket im PARKS Nürnberg

Flohmarkt reloaded – Nightmarket im PARKS Nürnberg

Von meiner letzten Flohmarkterfahrung hatte ich ja berichtet und eigentlich hatte ich mir geschworen NIE WIEDER einen Flohmarkt zu besuchen. Doch als eine Freundin mir im November einen Stand beim Nightmarket, einem, wie der Name schon sagt, Nachtflohmarkt. in einer beliebten Location in Nürnberg vorschlug, konnte ich nicht widerstehen. Zu groß war der Berg an Klamotten, die noch ein neues Zuhause suchten.

Alternativen zum Flohmarkt

Ebay und Kleiderkreisel sind mir mit zuviel Aufwand verbunden – Fotos machen, Maße nehmen, Beschreibungen erstellen, Fragen beantworten, Päckchen packen und versenden und das alles in der Regel zu einem Preis, der nur unwesentlich höher ist, als das, was man auf einem Flohmarkt bekommt. Das lohnt sich nicht, zumal, wenn wir von einer durchaus nicht unerheblichen Menge an Kleidungsstücken, Schuhen und kleinen Accessoires sprechen.

Die Vorbereitungen

Schon die Tatsache, dass wir im November erst für April einen Stand buchen konnten – alle anderen Monate waren bereits ausverkauft –  sprach dafür, dass es sich um eine etablierte Veranstaltung handelt, bei der es sich lohnen könnte, sein Glück zu versuchen.  Während mein Enthusiasmus für den perfekten Flohmarktstand nach meiner letzten Erfahrung deutlich abgeflaut war, sprühte meine Mitstreiterin nur so vor Ideen, recherchierte,  plante und schließlich gelang es ihr, auch mich wieder zu motivieren. Mit Lichterketten, Dekoboxen, Kleiderständern, Schuhständern und Gummibärchen als ultimativer Verkaufsförderung im Gepäck, zogen wir also gestern los. Beim Transport bekam ich zum Glück Unterstützung – in mein Auto hätte ich mit viel Glück die Schuhe und ein paar Klamotten bekommen. MERKE: Mit einem Roadster ist man zwar immer gut angezogen, aber es gibt Situationen, in denen ein geräumiger Kombi durchaus punkten kann. Flohmärkte gehören definitiv dazu.

Das richtige Outfit für den Flohmarkt? Mit Kokettierbrosche und Kokettier T-Shirt kann eigentlich nichts schiefgehen 😉 Die Schuhe wollte mir übrigens tatsächlich jemand von den Füßen wegkaufen …

Der freundliche Empfang

Offizieller Aufbaubeginn war 16:00, zum Ausladen durfte man in der knapp bemessenen Ladezone, direkt vor der Location halten. Davon ausgehend, dass wir im schlimmsten Fall in einer ewig langen Schlange stehen würden, verabredeten wir uns schon für 15:30. Ich war aufgrund eines, für den Fall, dass Stau sein sollte, großzügig bemessenen Puffers, sogar schon um 15:00 da, was seeeeehr ungewöhnlich für mich ist, was unangenehmerweise vermutlich alle, die mich persönlich kennen, bestätigen können. Womit wir nicht gerechnet hatten: dass uns der Veranstalter, obwohl bereits vor Ort, das Abstellen in den Räumlichkeiten oder Zwischenlagern vor Ort nicht gestatten würde.

Flohmarkt Pragmatismus

Gegen 15:20 entschieden wir uns dafür, trotzdem alles auszuladen und vor der Location zu campieren. Es war recht frisch und ein feiner Sprühregen machte es noch unbehaglicher. Zum Glück gibt es direkt in der Location ein (wirklich nettes) Café mit (sehr gutem ) Kaffee, (ausgesprochen leckerem) Kuchen und (extrem freundlichem) Personal. Dort versorgten wir uns mit (heißem) Latte Macchiato to go und (tröstenden) Cookies, die wir inmitten unseres an einen Exodus erinnernden Taschenarsenals konsumierten. Nun ja, unsere Taschen waren eigentlich meine Taschen. Meine Freundin hatte neben zwei Trolleys nur noch die Dekokisten dabei, während ich inmitten eines Arsenals von Netto-Rewe-Aldi-Tüten hockte. Plus Trolley, Schuhregal und den Einzelteilen des Kleiderständers. Ganz ehrlich, stylish ist anders … stilvoll auch. Doch – um dem unrühmlichen Auftritt zumindest einen positiven Touch zu geben – gelegentlich überkommt auch mich ein gesunder Pragmatismus.

Statt Tütenchaos hier ein winziger Ausschnitt der übriggebliebenen Schuhe. Größe 37/38 – bei Interesse stelle ich gerne Fotos aller Paare zur Verfügung.

Auf die Plätze, fertig, los!

Auf die Plätze, fertig, los! Knapper, aber auch treffender kann man den Aufbau bei einem Flohmarkt nicht beschreiben. Nachdem sich um 16:00 die Tore für die wachsende Zahl an bepackten Teilnehmern mit teilweise raffinierten Transportsystemen öffneten, bekamen wir am Einlass unsere Bändchen, unterschrieben, dass wir nicht vor 23:30 mit dem Einpacken beginnen würden und wurden an unseren Tisch geführt. Einen Tisch im Nebenzimmer. Direkt an der Tür. Mit nur etwa acht weiteren Verkaufsständen. Im deutlich größeren Hauptsaal war ein Vielfaches an Ständen untergebracht. Einziger Pluspunkt, eine Sofainsel in der Mitte des Raums, die zum Ausruhen einlud.Unsere Begeisterung über dieses Los hielt sich in Grenzen, doch wir hatten keine Zeit zu verlieren, jetzt hieß es, Kleiderständer zusammenzubauen, die Klamotten auf Bügel zu hängen und den Rest attraktiv auf und vor dem Tisch zu präsentieren. Nach einigen kritischen Blicken und entsprechenden Anpassungen waren wir noch vor dem offiziellen Beginn um 18:00 startklar, was gleich mit einem Hugo begossen wurde. 

Fertig aufgebaut – wir sind startklar!

Der erste Verkauf und die Prime Time

Der erste Verkauf ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Die Standnachbarin hatte sich in ein Abendkleid verliebt, das sie mehrfach begutachtete, dann anprobierte und schließlich kaufte. Und in den nächsten drei Stunden brummte der Laden. Wir waren nur damit beschäftigt Preise zu nennen, zu kassieren und Kleider, die auf den Boden gefallen waren, wieder aufzuhängen. Es wurde gehandelt, aber, was ich sehr erfreulich fand, in einem fairen Rahmen und wie es sich für einen Flohmarkt eben gehört. Alle zum Anprobieren in der Umkleide oder auf der Toilette mitgenommenen Teile wurden zurückgebracht, die meisten davon auch verkauft. Die Atmosphäre im ganzen Raum war fröhlich, wir hochmotiviert und die Kasse klingelte. 

Die zweite Halbzeit

Kurz vor 21:00, also kurz vor der Halbzeit, brach der Menschenstrom ab. Die Interessenten kamen nun nicht mehr in Schwärmen, sondern eher vereinzelt und wir nutzten die Flaute für einen kleinen Imbiss. Ab 22:00 kippte die Stimmung dann ganz. Eine Gruppe, offenbar mit den Inhaberinnen von einem der Stände befreundet, wurde mit wachsendem Alkoholkonsum zunehmend auffällig. Es wurde gelacht, gegrölt und herumgebrüllt, es gingen Gläser zu Bruch. Von der fröhlichen Verkaufsatmosphäre war nichts mehr zu spüren. Von unseren gesamten Verkäufen fanden etwa 85% in den ersten drei Stunden statt, der Rest fiel in die weiteren drei Stunden vor dem offiziellen Ende um 0:00. Auch der erhoffte Schnäppchenrun am Ende blieb aus, dabei wären wir vermutlich willens gewesen, alles zu Dumpingpreisen herzugeben, nur um es nicht wieder mit nach Hause nehmen zu müssen.

Flohmarkt Gossip

Das Positive an soviel Leerlauf: Man hat mehr Zeit, die dann leider nur noch wenigen Leute zu beobachten und das bis dahin Erlebte Revue passieren zu lassen. Wieso gibt es Teile, die fast jeder in der Hand hat und niemand kauft? Weshalb ziehen Menschen Kleidungsstücke in Erwägung, die ihnen unter gar keinen Umständen passen? Wieso sagen „Freundinnen“ ihren „Freundinnen“, dass Dinge toll an ihnen aussehen, die ihnen in Wirklichkeit den Look eines Rollbratens oder einer Presswurst verpassen? 

Der Abbau

Beim Abbau ist vor allen Dingen eines erstaunlich. Wie schnell man das Zeug, das man innerhalb von ein bis zwei Stunden liebevoll drapiert hat, wieder verschwinden lassen kann. Vorausgesetzt, man weiß, wo man den Imbusschlüssel, den man benötigt, um die Schrauben des IKEA-Kleiderständers zu lösen, nach dem Aufbau hingeräumt hat. Wenn man das nicht mehr weiß, fragt man bei Standnachbarn, dann bei der Security, die fragt dann jemanden an der Bar, der wiederum einen vom Orgateam. Man selbst fragt derweil jeden, der geht, ob er Werkzeug dabei hat und wenn man dann mit einem zu kleinen Imbusschlüssel zurückkommt, hat schon jemand mit einem obskuren Werkzeug am Schlüsselbund das Problem gelöst. So oder ähnlich könnte ich es mir jedenfalls vorstellen…

Fazit

  • Ich war sehr froh, um 1:00 ins Bett fallen zu können.
  • Es ist noch eine Menge übrig. Mal schauen, was ich damit anfange.
  • Bei allem Stress und ein paar Wermutstropfen: Es hat Spaß gemacht und es hat sich auch gelohnt – für jemanden, der immer mit Karte zahlt, ein ungewohntes Gefühl.
  • Danke, Michaela, fürs Überzeugen, Planen, Motivieren und den schönen Flohmarktstand – gerne wieder! 🙂

… vielleicht liest man sich wieder …

Das Kokettier durfte den Flohmarkt daheim verschlafen. Der Trubel wäre nicht das Richtige gewesen und schließlich sollten sich die Leute auf unsere Klamotten konzentrieren. Dafür haben wir vorm Eingang noch ein paar Kirschblüten-Selfies gemacht.

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