Die Macht der Gedanken

Die Macht der Gedanken

„Et jiöbt keijn jrötter leed, als wat der Mensch sisch sälwst anteed“

Meine Großmutter, die aus Neuss stammte, sagte diesen Satz gerne und häufig, es muss mit ihrer Lebenserfahrung und eventuell auch mit mir als Gesprächspartnerin zu tun gehabt haben – und ja, es stimmt, es gibt tatsächlich kein größeres Leid, als das, was man sich selbst antut.

Manchmal ist es wie verhext, da geht es einem wie Mephisto in Goethes Faust, nur andersherum. Bei mir klingt das dann so:  „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft.“

Wann das so ist? Wenn man etwas unbedingt möchte, etwas unbedingt vermeiden will, wenn man eine klare Erwartungshaltung hat oder einfach einen ungünstigen Fokus setzt.

Die einen nennen es self-fulfilling prophecy, ich nenne es „mir selbst im Weg stehen“.

Indem ich beispielsweise meine eigenen Bedenken, Befürchtungen und Ängste auf jemand anderen übertrage – ohne ihn (oder sie) vorher zu fragen.

Und ähnlich wie bei Watzlawicks Geschichte mit dem Hammer(großartig, unbedingt lesen!) bin ich dann so von meinen Unterstellungen überzeugt (argumentieren kann ich, ooooohhhh ja, insbesondere mir gegenüber, da kann ich mir je nach Tagesform alles weismachen), dass ich im Nachgang das Gegenüber dafür auch noch zur Rechenschaft ziehe.

Das kommt überraschenderweise nicht besonders gut an, nicht umsonst heißt das Buch, dem die Hammer-Geschichte entstammt „Anleitung zum Unglücklichsein“. Funktioniert einwandfrei, versprochen.

Was besser wäre?

Unvoreingenommen Dinge auf sich zukommen zu lassen. Offenheit, Verständnis, Flexibilität. Genießen, denn überraschenderweise fällt das a) viel leichter, wenn man den Kopf nicht voll negativer Gedanken hat und b) entsteht auch viel mehr Anlass dazu, wenn man nicht völlig verkrampft mit dem Schlimmsten rechnet. Im Gegenteil, wer mit Gutem rechnet, strahlt das auch aus, was das im Umkehrschluss bedeutet, darauf möchte ich nicht weiter eingehen. Nur soviel: Da helfen dann auch Makeup, Hyaluron & Co. nicht mehr.

„Cross the bridge when you get there“ war der Wahlspruch eines ehemaligen Chefs von mir… ich hingegen neige dazu, die Schönheiten der Natur zu verpassen, weil ich ständig überlege, wann die, aus meiner Sicht in jedem Fall ungesicherte, gefährliche, so oder so unerfreuliche Brücke wohl kommt und wie es mir gelingen wird, sie zu überwinden. Im schlimmsten Fall bleibe ich einfach daheim, denn da kann ich sicher sein, dass keine Brücke auf mich wartet. Hoffe ich…

Man könnte bei all‘ den aus derartigen Fehlleistungen erwachsenden Konsequenzen von einem selbstgemachten Übel sprechen. Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, nicht immer ist homemade besser, in diesem Fall hat es einen bitteren Beigeschmack, wenn es blöd läuft auch einen wirklich üblen Nachgeschmack, schon allein, weil man nicht einmal jemand anderen zur Verantwortung ziehen kann – keine andere Person und nicht einmal das Universum.

Ach ja, das ist nicht das erste Mal, dass ich mich diesem Sujet widme – wieso? Man könnte meinen, es beschäftigt mich, immer wieder. Man könnte natürlich auch annehmen , dass ich, wo ich das Problem doch so gut verstanden habe, es einfach abstellen könnte, aber DAS wäre nun wirklich eine extrem hochgesteckte Erwartungshaltung und dass die nie gut sind, davon hatten wir es ja schon …

Das Kokettier arbeitet derweil an seinen Kobold-Kräften… der Glaube versetzt Brücken… äh Berge…

Das Kokettier
Das Kokettier in Gedanken

…vielleicht liest man sich wieder …

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