Der Hans im Schnokeloch

Der Hans im Schnokeloch

Der Hans im Schnokeloch ist der (tragische) Titelheld eines alemannischen Lieds und ich glaube manchmal, auch mein Alter Ego. Das Lustige ist, dass mir lange gar nicht bewusst war, dass der Text im Original auf elsässisch ist, weil meine Mutter ihn so oft auf hochdeutsch zitierte, wenn ich wieder einmal Anlass dazu gab. Heute zitiert zwar niemand mehr, aber sonst hat sich nichts geändert. Hier ein Auszug des Textes zur Erinnerung:

Dr Hàns ìm Schnokeloch hàt àlles wàs er wìll,
Un wàs er hàt, dàs wìll er nìt,
Un wàs er wìll, dàs hàt er nìt,
Dr Hàns ìm Schnokeloch hàt àlles wàs er wìll.

Im Weiteren geht es ums Sagen und Denken, Können und Gelingen, Tun und Sollen, Gehen und Bleiben – am Ende springt er aus dem Fenster und kommt ins „Narrehüs“, noch Fragen?!

Der Hans im Schnokeloch hat also viel von einer Frau vor ihrem vollen Kleiderschrank, die nichts zum Anziehen hat. Denn was sie hat, das will sie nicht und was sie will, das hat sie nicht. Und auch sonst hat er viel von einer Frau, zumindest von mir, ich finde mich auf jeden Fall in erschreckender Weise in ihm wieder.

Denn, meiner Meinung nach, hat Hans‘ Problem viel damit zu tun, dass er sich nicht entscheiden kann, und genau das fällt auch mir verdammt schwer.

Einzig die Option „alles“ ist hier zufriedenstellend und selbst das ist trügerisch, ist „alles“ doch meistens nicht möglich und wenn, dann häufig mit einem schlechten Gewissen verbunden.

Nehmen wir doch mal den Black Friday mit all‘ seinen Angeboten.

Man schaut, wägt ab, entdeckt, verwirft, das alles unter Druck, weil ja alle gerade schauen. Man sucht nach dem besten Angebot zum besten Preis für das beste Produkt, um festzustellen, dass man es eigentlich nicht braucht. Man wird zum Spielball seines Unterbewusstseins, das zwischen all‘ den Triggern ganz schön gebeutelt wird. Und man ist überfordert, zumindest erging es mir so.

Am Ende habe ich mich für „alles“ in punkto Black Box von dm entschieden – mit 25 Euro nicht einmal ein Anlass für Reue und dank des wirklich toll zusammengestellten Inhalts auch nicht für eine Nachkaufdissonanz.

Das Kokettier und der Black Friday
Das Kokettier findet den Black Friday laaaaangweilig

Und für ein neues Netbook, an dem ich gerade sitze. Das ODYS Winbook 13, für das ich tatsächlich den Best price gefunden habe und das ich soeben selbst eingerichtet habe – was dafür spricht, dass das wirklich kinderleicht ging. Auch sonst erfüllt es all‘ meine Anforderungen mit Bravour. Klein, leicht, flach, augenschonendes Display,es fährt schnell hoch, macht keine seltsamen Geräusche, reagiert auf meine Eingaben und es war günstig. Und, am allerwichtigsten, ich finde es soso hübsch.

ODYS Winbook 13 – mein neuer Blogpartner

Trotzdem sagt der kleine Hans in mir „hätte es vielleicht ein besseres gegeben? Ein schöneres, namhafteres, leichteres, schnelleres?“

Hah – hat es jemand gemerkt?

Namhafter? Schneller? Davon war doch nie die Rede… Und das ist die Crux. Im Nachhinein ändern sich die Anforderungen – was eben noch gut genug war, ist es jetzt nicht mehr. Aber womit hat das zu tun? Ein ewig währende Anspruchshaltung, schneller, besser, weiter und vor allen Dingen mehr?

Ist es vielleicht auch eine ähnliche Motivation die das Thema Beziehung heutzutage so kompliziert macht. Was früher noch scherzhaft „Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht noch was Bess’res findet“ hieß, ist heute schmerzhafte Realität. Ist ja auch kein Wunder, wenn Menschen bei Dating-Apps wie im Schaufenster präsentiert werden. Und gelernt ist, Windowshopping verpflichtet zu nix. Und wozu gibt es ein Rückgaberecht. Ganz zu schweigen von der Garantie oder Gewährleistung. 

Wahrscheinlich muss man für sich definieren, was man wirklich möchte, was einem wichtig ist und warum und wer, wie, was man selbst ist oder sein möchte. Und dann kommt man vielleicht, hoffentlich, an diesen Punkt, an dem man zufrieden ist mit dem, was man hat und kann, wo man ist und mit wem.

 Ich sitze hier jetzt jedenfalls vor meinem neuen Winbook mit einer Tafel Lindt Weihnachtsschokolade und das Kokettier blinzelt mir vom Sofa aus zu.

Lindt Weihnachtsschokolade
Soulfood – die gehört einfach zur Vorweihnachtszeit dazu

… EIGENTLICH bin ich ganz zufrieden, ABER irgendwas fehlt…

… vielleicht  liest man sich wieder …

 

 

 

 

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