Das Drama mit der Schürze

Das Drama mit der Schürze

Vorfreude ist die schönste Freude … wie wahr!

Voller Enthusiasmus berichtete ich von dem Kleid des russischen Labels Ginger Jackie, das mich schon lange gereizt hatte und auf das ich nun sehnsüchtig wartete. Ein Kleid mit dem Namen „Drama“. Ich sage nur – nomen est omen.

Am vergangenen Montag, dem Tag vor den Feiertagen, erreichte mich der Brief des Zollamts im Nürnberger Hafen mit der Nachricht, das Paket sei angekommen und könne abgeholt werden. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber eine wichtige Information sei jedem mit auf den Weg gegeben, der im nichteuropäischen Ausland Textilien bestellt:

Es fallen 12% Zoll an, die auf die Rechnungssumme, die geschätzte oder im Internet recherchierte Summe aufgeschlagen werden. Übrigens auch auf Leihgaben oder Geschenke. Auf die Gesamtsumme werden dann 19% Mehrwertsteuer  fällig – das sind rund 30% des Gesamtwerts.

Vielleicht auch noch nützlich zu wissen: Sendungen mit einem Gesamtwert von über 1000 Euro müssen angemeldet werden.

Während das Kokettier das gesamte Zollamt aufmischte und alle mit seinem Charme betörte, kümmerte sich die Zollbeamtin um meine Sendung. Dabei gab sie sich viel Mühe, mir entgegenzukommen, was ich, insbesondere vor den Feiertagen, durchaus erwähnenswert finde. Überhaupt: So undankbar der Job auch sein mag, so freundlich sind alle Mitarbeiter im Zollamt im Nürnberger Hafen.

Ich durfte dann schließlich mein Paket mitnehmen, in dem sich neben dem Kleid auch eine Schürze befand. Inspiriert vom Stil des Kleids und einem Event mit dem Dresscode „Tracht“ hatte ich Ekaterina Blinova darum gebeten , eine passende Schürze zu entwerfen, die das Kleid im Dior-Stil in ein Couture Dirndl verwandeln sollte.

Das war dann die zweite Lektion des Tages zum Thema Onlinekauf:

Der Bildschirm verfälscht die Farben. Diese Tatsache ist nun nicht ganz neu, aber lernt man daraus, nein!

Sicher, der Unterstoff des Kleides sei goldbeige, bat ich Ekaterina, um eine passende Spitzenschürze in schwarz-gold. Man merkte schnell, dass das Thema „Dirndl“ dem russischen Designteam ein wenig suspekt war, doch voller Interesse recherchierten sie und informierten sich und legten los. Nach etwas einer Woche war es fertig, das Couture Dirndl nach meinen Wünschen. Doch wie heißt es so schön: Pass auf, was Du Dir wünschst, es könnte in Erfüllung gehen …

Das Vorschaubild war vielversprechend, die Designerin zufrieden und ich voller Vorfreude.

Doch bereits im Zollamt schwante mir Böses, war doch die Zuordnung des Spitzenteils nicht möglich, weil es so zu gar nichts passen wollte, was sich sonst im Paket befand.

Tatsächlich entpuppte sich der Unterstoff des langersehnten Kleids nämlich als puderbeige statt goldbeige, was zur Folge hatte, dass sich die Töne des Kleides heftig mit denen der Schürze bissen.

Um sicherzugehen, dass diese Wahnehmung nicht der Umgebung gezollt war (haha, ein Kalauer), testete ich die Farbkompatbilität bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen, holte Zweit- und Drittmeinungen ein und kam leider immer zu dem gleichen Ergebnis. Es passt einfach nicht!

Natürlich ist so etwas Geschmackssache, aber eine Tatsache hinderte mich daran, einen Kompromiss einzugehen: Das Kleid. DAS Kleid. Drama. Ein Traum, der einem mit dem Anziehen das Gefühl gibt, eine Prinzessin zu sein, auch wenn man, im Eifer, des „passt es auch wirklich??“, noch Wollsocken trägt.

Ein Hoch auf Ekaterina Blinova und ihr Team von Ginger Jackie. Eine derart perfekte Verarbeitung, Schnittführung und Maßgenauigkeit ist wirklich eine Rarität.

So maßgenau, dass das nächste Drama schon in den Startlöchern steht. Mit Ach und Krach und gutem Zureden ging der Reissverschluss zu, und das kurz vor der Weihnachtszeit …

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass ich die Schürze zurückgeben durfte … ich glaube, zu dem Modell Bella könnte sie passen, zumindest sah es online so aus …

… vielleicht liest man sich wieder …

 

 

 

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