Confessions of a Shopaholic

Confessions of a Shopaholic

Wenn man ein Wochenende plant, an dem man einfach einmal zur Ruhe zu kommen möchte, dementsprechend alle Voraussetzungen dafür schafft, sich Gutes zu tun und mit Saftkur, Lesestoff und Gesichtsmaske auf den Balkon zieht, kann es schon einmal auch zu nachdenklicheren Momenten kommen, insbesondere dann, wenn man aus Versehen doch das Smartphone einpackt und, schlimmer noch, benutzt. So ertappte ich mich auch bald beim liebgewonnen Surfen auf  eBay Kleinanzeigen, Kleiderkreisel und Co., kurz, beim Onlineshopping. 

Entscheidend

Dabei stelle fest, dass es mir zunehmend schwerer fällt, Entscheidungen zu treffen – ich spreche hier von Kaufentscheidungen… genauer Kaufentscheidungen beim Onlineshopping. Andere Entscheidungen fallen mir heutzutage deutlich leichter, selbst Speisekarten stellen für mich kein unüberwindbares Hindernis mehr dar, eine Entwicklung, auf die mein Vater nicht mehr zu hoffen gewagt hätte.

Aber dieses „soll ich, soll ich nicht“, oder wie schon die Fantastischen Vier sangen „Soll ich’s wirklich machen oder lass‘ ich’s lieber sein“ ist beim Kaufen im world wide web mein treuer Begleiter. Mir schwant auch, weshalb… es könnte damit zusammenhängen, dass ich in der Regel die Dinge, mit deren Kaufgedanken ich mich trage, nicht benötige, sie im schlimmsten Fall nicht einmal tragen werde, die Unsicherheit ist also vermutlich ein leise anklopfendes Bauchgefühl, das freundlich nachfragt, ob ich demnächst gedenke, anzubauen oder einen Lottogewinn plane.

JEIN

Anders als bei den Fantastischen Vier ist JEIN beim Onlineshopping kein funktionierendes Konzept, denn es gibt nur kaufen oder nicht kaufen, ja oder nein also. Naja, bei genauerer Betrachtung ist das  nicht ganz richtig. Was ist denn mit Wunschzetteln, Merklisten  und Favoriten oder im nächsten Step: Ich kann es ja immer noch zurückgeben, weiterverkaufen, verschenken? Ist das nicht das klassische JEIN?

Die Argumente

Doch grundsätzlich ringe ich um eine klare Entscheidung, die damit verbundenen Argumente und Überzeugungsstrategien sind dabei ebenso vielfältig wie hanebüchen. Ich sage nur „Engel links, Teufel rechts“…

Teufel: Diese/r/s  xy (m/w/d)passt hervorragend zu jenem/r  xy (m/w/d)

Unnötig zu erwähnen, dass beide noch anzuschaffen sind.

XY ist übrigens in diesem und allen folgenden Fällen beliebig zu ersetzen mit Hut, Top, Armband, Schuhe, Kleid, Rock, Bluse, Pulli, Jeans, Hose, Tasche, Gürtel, Tuch, Schal, Kette, Ohrring…

Engel: Aber ich habe schon so ein ähnliches xy (m/w/d) ….

T: Aber das ist nicht so schön geschnitten, farblich nicht so perfekt, schon etwas abgetragen…

E: Aber ich habe so viele andere Sachen

T: Aber das hier ist ein Klassiker, einMust Have, den/das wolltest Du schon immer haben…

E: Ähhh…naja, aber ich brauche es doch nicht wirklich….

T: …und es ist ein Schnäppchen, das kriege ich nie wieder zu diesem Preis.

E: …

T: Huhu, jemand zu Hause? Bist Du noch da?  Ist daaa jeemaaaand? Haaaallllooooo?!

Die Nachkaufdissonanz

Ist die Entscheidung dann zugunsten eines Teils gefallen, gibt es zahlreiche Phasen der kognitiven Dissonanz, in diesem Fall auch unter dem Namen Kaufreue bekannt, zu durchleiden, bis man das hoffentlich gute Stück  dann in Händen hält. Dann ist man entweder so happy mit dem Kauf, dass man unglaublich froh ist, diese mutige Entscheidung getroffen zu haben und über seinen Schatten gesprungen zu sein oder man ist etwas unsicher ob des Erhaltenen. Nun gibt es beim Onlineshopping die Optionen zurücksenden, wenn möglich, nachverhandeln, wenn nötig oder Zweitverwertung erwägen (siehe oben unter JEIN).  

Und nun könnte man sagen, hey, das ist doch voll anstrengend, warum tust Du Dir das immer wieder an?!

Naja… 

…weil ich Ausdauer und Disziplin besitze und nicht so schnell aufgebe, würde der  Teufel sagen.

…weil ich schwach bin und der Versuchung immer wieder aufs Neue erliege, sagt der Engel traurig und seufzt.

Ich will das jetzt nicht diskutieren, sage ich, schnappe mir das Kokettier und gehe spazieren.

Spazierengehen ist immer eine gute Idee…

… vielleicht liest man sich wieder … 

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