Birne interessiert das Kokettier nicht die Bohne

Birne interessiert das Kokettier nicht die Bohne

Manchmal gibt es Momente, in denen wird  einem schlagartig etwas bewusst.

Kommata, das war so eine Erkenntnis, sind ein wahrer Segen, denn ohne Kommata bzw. in dem Fall mit einem Komma, hätte der Titel dieses Beitrags einen völlig falschen Eindruck erweckt. Denn seit gestern weiß ich dass das Kokettier ums Verrecken keine Birne frisst und seit heute, dass es grüne Bohnen offenbar ausgesprochen schätzt. 

„Birne interessiert das Kokettier, nicht die Bohne“, klingt zwar ähnlich poetisch wie „es war die Nachtigall und nicht die Lerche.“, hätte aber für Verwirrung gesorgt, spätestens, wenn Fans dem Kokettier körbeweise Birnen hätten zukommen lassen. Es wünscht sich grüne Bohnen.

Wie ich zu diesen verblüffenden Einsichten kam?

Ganz einfach, ich stelle gerade die Ernährung des Kokettiers um. Dass es hier Grenzen gibt, zeigt die Sache mit der Birne, aber ansonsten läuft es sehr gut.

Gestern Abend gab es die erste Mahlzeit mit BEUTE PUR, tiefgefrorenem, portioniertem Rohfleisch, das aus einer ausgewogenen Mischung von Muskelfleisch, Innereien und Knochen besteht, streng kontrolliert und in jeder Charge auf gefährliche Keime, wie zum Beispiel Salmonellen, getestet wird und so die ideale Basis für eine gesunde Hundeernährung darstellt.

Vorbereitungen

Am Abend vorher hatte ich drei Nuggets „Ente“ (jeweils 25g) entnommen und im Kühlschrank auftauen lassen. Sehr praktisch: die Tüte ist wiederverschließbar und leicht zu öffnen, was Gefrierbrand vorbeugt und verhindert, dass die Nuggets, appetitlich hin, kontrolliert her, in der Tiefkühltruhe herumfliegen. Gestern Morgen sah ich mich aber nicht in der Lage, etwas zuzubereiten (ich war schlicht und ergreifend ohnehin viel zu spät dran), weshalb es dann erst gestern Abend losging.

 Die Rezepte

Auf der Website von Carnisano hatte ich mir bereits am Vorabend, dem Abend des großen Gemüseeinkaufs, einige Rezepte herausgesucht. Aufgrund meiner durchaus vorhandenen Vorbehalte, Berührungsängste und des vor sich hin schimpfenden Schweinehunds, hatte ich mich für die allereinfachsten und am wenigsten aufwendigen Kombinationen entschieden.

Die Fotos der liebevoll angerichteten, teilweise human anmutenden Mahlzeiten wirkten auf mich eher furchteinflößend als einladend. Ebenfalls furchteinflößend war das Maß an Genauigkeit (z.B. 0,40 g Seealgenmehl) der es bedürfte, wenn man ein Kokettier mit seinem 4,3kg exakt nach Rezept füttern wollen würde. Zum Glück bin ich da nicht so pingelig und dankenswerterweise hat auch der Hersteller ein Einsehen und erklärt, dass man der Einfachheit halber manche Zutaten nicht täglich zugibt, damit man küchenwagenkompatible Mengen verwenden kann.

„Zur leichteren Dosierung: Die Nuggets auf ganze Nuggets aufrunden. Bei kleinen Hunden kann das Seealgenmehl in doppelter Menge einmal pro Woche gegeben werden. Bei kleinen Hunden doppelte Menge Lebertran alle zwei Tage geben.“

Die Rezepte kann man in der Onlineversion auf das individuelle Gewicht des Hundes anpassen (ganze Kilos, auf- oder abrunden), beim Ausdrucken als PDF geht diese Anpassung aktuell verloren, also am besten rauskopieren oder online nachlesen. 

Die Zubereitung

Mit dem Rezept und einem gewissen Maß an Anarchie bewaffnet schritt ich zur Tat. Da ich mich für ein Rezept ohne Kochen entschieden hat, dummerweise aber die falsche Sorte Fleisch aufgetaut hatte, gab es Lamm mit Obstjoghurt und frischem Salat – mit Ente statt Lamm.

In Ermangelung der einen oder anderen Zutat sah meine Version folgendermaßen aus: drei Nuggets Ente (die aufgetauten Nuggets bewahren Form und Farbe), ein Stück Birne, klein geschnitten, ein großer Löffel Joghurt, ein paar zerrupfte Feldsalatblätter eine Prise Seealgenpulver, ein Löffelchen Lachsöl. Diese Menge reicht für zwei Portionen, die zweite Hälfte kann man für die nächste Fütterung zurück in den Kühlschrank stellen. Für alle, die meinen nochchalanten Umgang mit Mengen und Zutaten als kritisch empfinden- ich mache das generell bei Rezepten so … eine Freundin von mir nennt das immer „afrikanisch“ kochen – was da ist, in den Mengen, die sinnvoll erscheinen. Et voila.

Das Ergebnis

Das Ergebnis wäre auch als exotischer Salat durchgegangen, roch aber aufgrund des Lachsöls deutlich anders, und das, obwohl die aufgetauten Nuggets im Prinzip geruchlos sind. Verrührt verlor die Optik etwas, was dem Kokettier aber herzlich egal war. Es wollte fressen und zwar jetzt.

BEUTE PUR Ente mit Obstjoghurt und Salat – eigentlich mit Lamm

Die Verkostung

Das Kokettier stürzte sich mit Enthusiasmus auf den Napf, wobei nach dem ersten Bissen klar war – hier stimmt was nicht… sorgfältig wurde ab diesem Moment jedes einzelne, von mir liebevoll klein geschnittene Stück Birne abgeleckt und liegen gelassen oder abgelutscht und ausgespuckt.

Das Kokettier sortiert. Birne sollen andere essen …

 

Und für den Fall, dass ich es für ein Versehen gehalten hätte, wurde die Show heute morgen mit der zweiten Portion wiederholt. Wieder durfte ich die Birnenreste, sorgfältig von allen übrigen Zutaten befreit, entsorgen. Danach entnahm ich zwei Nuggets Lamm aus der Gefriertruhe und legte sie zum Auftauen in den Kühlschrank.

Variatio delectat – Abwechslung macht Freude

Heute Abend gab es dann Lamm mit Reis und grünen Bohnen, was man in der Kombination auch für ein Abendessen mit Freunden ankündigen könnte. Ging aber viel schneller, da ich in weiser Voraussicht Reis und Bohnen bereits gestern Abend gekocht hatte. Drei grüne Bohnen schnipseln, ein gehäufter Esslöffel Reis dazu, 1,5 Nuggets Lamm und fertig ist das Hundefutter. 

BEUTE PUR Lamm mit Reis und grünen Bohnen

Und diesmal war es ein voller Erfolg, noch die letzten Spuren wurden gierig aus dem Napf entfernt. Dabei hätte ich im Vorfeld wetten können, dass die grünen Bohnen in die Fußstapfen der Birne treten würden. So kann man sich täuschen. Reis und Bohnen sind noch da, also wird das Kokettier morgen nochmal das Vergnügen haben und dann wagen wir uns an die nächsten Kombinationen.

Das scheint zu schmecken

Schon jetzt habe ich den Eindruck, dass, wenn man nicht päpstlicher als der Papst ist, das Ganze kein Hexenwerk ist und ich bin sicher, mit der Zeit bekommt man Routine, sammelt man Erfahrungen, weiß man, was gut ankommt und was nicht. Könnte ich mir zumindest vorstellen. Und dem Kokettier scheint es zu schmecken und gut zu bekommen. 

 

Ach ja, es war übrigens Wildschwein, was ich in meiner Kühltruhe gefunden hatte und aus Platzgründen kurzfristig verzehren musste, was sehr gut in mein modifiziertes Prinzip „Ich koche nicht für meinen Hund, wenn ich nicht auch für mich koche.“ passte.  Ich habe es als Gulasch zubereitet, den Geschmack abgerundet hat eine 3/4 Birne …  

Wildschweingulasch mit Rotwein, Karotten, roten Zwiebeln, einem Schuß Sahne und … Birne

…vielleicht liest man sich wieder …

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