BARF – frozen meat – hot topic

BARF – frozen meat – hot topic

Hundehalter sind, das muss ich mit gesenktem Haupt eingestehen, ein inkonsequentes Völkchen.

Jeder Hund ist außergewöhnlich, in seinen Bedürfnissen einzigartig und eine richtig kleine Persönlichkeit.

Nun könnte man diese Individualität auch dem Hundehalter zugestehen, aber nein, weit gefehlt. Hundehalter werden im Prinzip in zwei Lager eingeteilt, die, die gutes Futter füttern und jene, die das nicht tun.

Für eine Personengruppe, die gelegentlich durchaus auf die Toleranz ihrer Mitmenschen angewiesen ist („Ach entschuldige, bei mir darf sie aufs Sofa… oh sorry… ins Bett auch… nee, mit schmutzigen Pfoten sonst eigentlich nicht – das hat sie ja noch nieee gemacht!“), ist das eine recht intolerante Haltung.

Aber gut, darum soll es hier nicht gehen, vielmehr darum, dass ich die Seiten wechseln möchte oder zumindest einmal schauen will, ob das Gras dort wirklich grüner und die Hunde dort glücklicher sind.

Was ist nun aber gutes und was schlechtes Futter?

Da ich weder den Anspruch habe, Ernährungsexpertin für Hunde (übrigens auch nicht für Menschen) zu sein, noch den, eine zu werden, werde ich mich im Folgenden auf die Wiedergabe meiner Eindrücke und Erfahrungen beschränken.

Also hier die sehr polemische schwarz-weiß-Einordnung:

Dosenfutter und Trockenfutter sind böse, Frischfleischfütterung ist gut.

Frischfleischfütterung wird in Hundehalterkreisen auch BARF genannt. Die Abkürzung stand mal für „Bones And Raw Foods“, aktuelle Tendenz „Biologically appropriate raw food“. Da sieht man schon, dass in dem Bereich … Dynamik drin ist. Wer den Wikipedia-Artikel nicht kennt oder nicht lesen möchte, dem möchte ich meinen Lieblingssatz daraus nicht vorenthalten: „Das englische Verb to barf bedeutet auf Deutsch ‚sich übergeben, kotzen‘. Gelegentlich wird diese Gleichheit mit dem Akronym für Wortspiele genutzt.“

Selbstverständlich erwägt man als Neuhundehalter das Thema Barf.

Das habe auch ich getan und scheiterte daran, dass ich eine entscheidende Regel für die Ernährung des Kokettiers habe. Sie bekommt morgens nach dem Aufstehen etwas und wenn ich irgendwann abends heimkomme. Sie hat also keine festen Essenszeiten und ich zu ihren variierenden Essenzeiten meistens weder Kraft noch Lust, diverse Ingredienzien, abzuwiegen, was für ein vorschriftsgemäßes Barfen notwendig wäre. Aus diesem Grund bekommt sie von klein auf Dosenfutter, 200g am Tag, eine halbe Dose morgens, eine halbe abends, zwischendrin Knabberzeug. So, jetzt bin ich gespannt … ^^

Dass es sich um ein kritisches und vieldiskutiertes Thema handelt, merkt man daran, dass meine beste Freundin, die ich immer noch sieze, recht fundiert zu den Pros und Contras Auskunft geben kann. Sie hat das Kokettier von Herzen gern, interessiert sich für Hunde aber nicht die Bohne. Noch Fragen?

Bisher hat mich nichts auf dem wahrlich breitgefächerten Hundefuttermarkt von einer Alternative überzeugen können. Bis vor kurzem.

Bei meinem Besuch in Meiningen erzählte mir meine Schwester, ebenfalls Hundehalterin, von Prilupus. Prilupus ist ein kleines Familienunternehmen mit Sitz in Wutha-Farnroda, unweit von Eisenach, in Thüringen. Sie war nur durch Zufall auf die Produkte gekommen, weil ihr Freund quasi ein Nachbar der Futtermanufaktur ist und ab und an etwas mitbrachte.

Und während sie so erzählte, sprang direkt der Funke über.

Noch am gleichen Abend ging ich auf die Prilupus Website. Was ich großartig finde: Das Prilupus Team brennt für BARF, hat aber auch Verständnis, ein Herz und Produkte, für Hundehalter wie mich, die keine Lust darauf haben, selbst in wissenschaftlicher Tiefe in das Thema einzusteigen. Es handelt sich hier um komplett fertiggemischte Barfmahlzeiten, denen man nicht zwangsläufig irgendetwas zusetzen muss, sogenannte Menüs.

Der erste Eindruck ist sympathisch bodenständig, es gibt Informationen und Produkte für Profis, aber auch ich als Laie kriege die für mich interessanten Informationen. Ach ja, es gibt auch Produkte für Katzen. Und: das Logo ist super, richtig klasse, ein stilisierter Wolf mit Knochen im Maul.

Prilupus Barf – Logo

Spannend war es, die auf der Seite in Aussicht gestellten Vorteile einer Umstellung auf BARF mit dem IST Zustand des Kokettiers, also mit meiner Wahrnehmung davon, abzugleichen:

  • weniger Zahnstein –> hat sie praktisch keinen, untypisch für die Rasse und mein ganzer Stolz,
  • kein übler Hundegeruch  –> hat sie nicht, im Gegenteil (siehe erster Absatz, sie ist was ganz Besonderes…äh ja.).
  • weniger Parasiten –> argh… meines Wissens hat sie keine.
  • starkes Immunsystem wesentlich kleinere Kotmengen –> sie ist (toitoitoi) nie krank und der andere Punkt ist auch total im Rahmen.
  • starke Bänder und Sehnen –> das wäre genial, denn da ist sie ziemlich schlecht aufgestellt.
  • kräftige Muskulatur –> ist okay, hat aber Potenzial.
  • kann hilfreich bei arthritischen Erkrankungen sein –> zum Glück keinerlei Anzeichen vorhanden.
  • Wachstumsprobleme können verringert werden –> ähhhh… da ist nix mehr zu erwarten.
  • keine Farbstoffe und Konservierungsstoffe –> das ist immer gut.
  • keine Lockstoffe –> klingt fair.
  • Risiko von Magendrehung kann reduziert werden –> bei kleinen Hunden nicht so kritisch.
  • Glänzendes, schönes, gesundes Fell –> hat sie jetzt schon.

Der zweite Eindruck bei der Kontaktaufnahme (nachdem der Nachbar netterweise antichambriert hatte, danke dafür!) war sehr angenehm, Heide Aurisch, die Chefin, war einem Test gegenüber aufgeschlossen und sagte mir zu, ein Paket für mich zu schnüren.

Und tataaaa… heute war es endlich da. Mein Prilupus-Barf Paket.

Mit braunem Packpaier sauber eingewickelt, mit Prilupus Aufkleber und dem Vermerk „Tiefkühlware“. Die Produkte sorgsam in einem Styroporkarton verpackt.

Das Prilupus Paket ist da!

Die Pakete von jeweils 250g sind superflach, da würden richtig viele in eine Kiste passen. Bei mir waren noch zwei Leckerlipakete zum Testen dabei. Das Ergebnis nehme ich schonmal vorweg: Ein voller Erfolg, weiter unten mehr dazu. Wegen der Mindermenge (Sondergröße 250g, Standardgröße sind sonst 500g sowie insgesamt nur eine geringe Füllmenge) wurde das Paket mit dem gefrorenen Fleisch doppelt verpackt. Um ein Auftauen zu vermeiden ist die Mindestbestellmenge im Normalfall 5kg, damit wäre die Box dann voll.

Die flachen Tiefkühlpakete, zweifach verpackt sind tiefgefroren angekommen.

Hier eine Übersicht des Inhalts, alle Pakete sehen appetitlich aus und auch die Zusammenstellung (findet man unter den Links) klingt einladend:

Rehfleisch
Malzknöpfe
HuhnMix – Gallus plus
Italien Summer – Leichte Kost für aktive Hunde
Cervus – Menü mit thüringer Wildfleisch
RinderMix – Lupus lenitas
PferdeMix – Pegasus

Das Kokettier war, wie man sieht, hochgradig begeistert, dass es endlich mal eigene Pakete bekommt:

Das Kokettier liebt Pakete

Natürlich wurden gleich mal die Leckerlis getestet. „Rehfleisch getrocknet“ und „Malzknöpfe“. Beides sieht so lecker aus, dass man selbst in Versuchung gerät, zu kosten. Ich konnte mich aber noch zurückhalten. Das Kokettier bekam erst einen Happen Reh, dann einen Malzknopf und danach beides im Vergleich. Ich hätte aufs Reh getippt, aber das Kokettier steht auf „Malzknöpfe“. Weg war beides ratzfatz. Scheint zu schmecken und das ganz ohne Lockstoffe

Das Kokettier verkostet die Prilupus Leckerlis

Die fünf Barf-Pakete haben wir erstmal in die Tiefkühltruhe gepackt. Nächste Woche geht es dann los, diese ist recht hektisch, für Prilupus vermutlich kein Problem, aber kritisch für meine Berichterstattung.

… vielleicht liest man sich wieder …

 

 

 

 

 

 

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